Redaktionsbeitrag

Sage verkauft Schweizer Geschäft: Interview über die zukünftigen Pläne

Veröffentlicht am 08.12.2020

Sage verkauft einen Teil des Schweizer Geschäfts. In einem Interview mit Sage betrachten wir: Wie kam es zu dieser Entscheidung? Welchen Einfluss hat die Covid-19 Pandemie auf das Unternehmen? Und was sind wichtige Trends für Software-Hersteller im kommenden Jahr? 

Die Sage Group ist ein Softwareunternehmen aus Großbritannien, welches sich besonders auf Software für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert. Nachdem die Sage Schweiz AG im Mai bereits ein neues SaaS-Betriebsmodell umgesetzt und das Partnerprogramm ausgebaut hat, stehen nun erneut Veränderungen an: Das Unternehmen steht mit den Produkten Sage Start, Sage 50 Classic/Extra und Sage 200 Extra zum Verkauf.

Interview mit Andreas Zipser 

Wir haben Andreas Zipser, Managing Director Central Europe bei Sage, in einem Interview zu diesen Änderungen, den Einfluss der Corona-Pandemie und den weiteren Plänen des Unternehmens für das kommende Jahr befragt: 

Warum soll das Geschäft in der Schweiz verkauft werden? 

Als Teil der Vision, ein erfolgreiches SaaS-Unternehmen zu werden, bewertet Sage laufend, welche Bereiche den Erfolg des Unternehmens weiter beschleunigen, und welche möglicherweise außerhalb von Sage erfolgreicher sind. Aufgrund der Marktchancen und ihrer Produktportfolios ist Sage überzeugt, dass das Schweizer Geschäft außerhalb von Sage erfolgreicher sein wird. So kann es sich auf diese Weise stärker auf die lokalen Marktbedürfnisse fokussieren und das Geschäft unabhängig und beschleunigt vorantreiben.

Wie wirkt sich die Covid-19-Pandemie auf Sage aus? 

Covid-19 hat klar gezeigt, dass durch eine Situation, wie wir sie seit Anfang 2020 haben, die Digitalisierung noch wichtiger geworden ist. Keine Schule, keine Universität kommt deswegen mehr ohne online-basierte Lehrformate aus. Und auf Unternehmensseite sieht es in Bezug auf Homeoffice genauso aus. Das hat obendrein auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Digitalisierung quer durch die gesamte Gesellschaft hindurch drastisch erhöht. 

Kleine und mittlere Unternehmen waren aber auch vor Covid-19 schon in vielen Fällen von der Digitalisierung im Allgemeinen und von der Cloud im Speziellen überzeugt. IDC berichtet uns, dass mittlerweile 78 Prozent aller mittelständischen Betriebe in Deutschland Cloud-basierte Services nutzen. Damit ist das Zukunftspotential, das in dieser Technologie liegt, vom deutschen Mittelstand klar erkannt. Deutschland hinkt in dieser Beziehung keineswegs mehr den anderen Ländern hinterher. 

Diese Erkenntnis wurde aber nicht nur durch Corona angestoßen. Bereits zuvor hat sich eine wachsende Zahl an Betrieben aus Kostengründen für die Cloud entschieden. Oder weil sie damit die Anforderungen in ihrem Marktsegment besser erfüllen und sich damit Wettbewerbsvorteile sichern konnten. Eine steigende Nachfrage nach entsprechenden Lösungen spüren wir demnach nicht erst seit dem Ausbruch der Pandemie. 

Im Jahr 2021 werden sich Software-Hersteller noch stärker als zuvor an den Bedürfnissen ihrer Kunden ausrichten. Das liegt nicht nur an den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die ferner neue Standards in Sachen Nutzungsflexibilität von Business-Software gesetzt hat. Generell geht der Trend auch bei den Software-Architekturen selbst verstärkt Richtung Individualisierbarkeit, Service-Orientierung und Nutzererlebnisse auf B2C-Niveau.

Technologisch helfen in diesem Zusammenhang erweiterte Analysefähigkeiten der Anwendungen – unter anderem auch durch die Integration von KI-basierten Funktionalitäten. Insgesamt ergibt sich durch diese technologischen Trends ein Gesamtpaket an Leistungen, das es dem Anwender noch leichter machen wird, an die Geschäftsinformationen zu kommen, die er auch wirklich braucht. Vor diesem Hintergrund wird das IT-Jahr 2021 eindeutig das Jahr des Kunden werden.