Redaktionsbeitrag

Interview mit Step Ahead zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware?

Veröffentlicht am 13.02.2019

Matthias Weber im Gespräch mit Guido Grotz, Vorstand der Step Ahead AG, zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware?

5 Fragen an Step Ahead zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware?

Auf unsere 5 Fragen zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware? gibt uns Guido Grotz, Vorstand der StepAhead AG, Antworten.

Frage 1: Wie wichtig sind agile Software-Architekturen für Unternehmenssoftware?

Sehr wichtig! Eine gute, leistungsfähige Software-Architektur zeichnet sich immer durch Agilität aus. Sie muss auf Veränderungen jederzeit passend reagieren können. Integration, Unabhängigkeit und Selfservice sind drei wesentliche Aspekte für „agile“ Software-Architekturen. Integrationsfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für moderne Architekturen, da eine Software alleine nie alle Anforderungen abdecken kann. Daher müssen bei Bedarf jederzeit zusätzliche Lösungen wie für das Dokumentenmanagement verknüpft werden können. Die Unabhängigkeit ist ein wichtiger Faktor, damit jede Lösung losgelöst von den Integrationen aktualisiert werden kann. Das Gesamtsystem muss dabei voll funktionsfähig bleiben. Nur so können Firmen schnell auf Veränderungen der Prozesse reagieren. Unter „Selfservice“ verstehe ich, dass alle Systemdienste (Bezug, Integration, Aktualisierung, Konfiguration) so einfach gestaltet sind, dass Entscheider und Anwender diese ohne IT-Wissen bedienen können. Ansonsten schafft die Software keine Vereinfachung, sondern nur neue Hürden.

Frage 2: Inwieweit wird die Unterstützung von digitalen Ökosysteme in Unternehmenssoftware zum Standard?

Es wäre vermessen zu glauben, dass eine einzige Software alle Anforderungen (heutige und künftige) im Unternehmen alleine lösen könnte. Für eine zukunftsfähige Unternehmenssoftware sind verbundene Systeme basierend auf digitalen Ökosystemen absolut zentral. Dabei werden verschiedene Anwendungen und Leistungen gebündelt. Nur als Gesamtlösung generieren sie einen umfassenden Mehrwert für die Kunden. Darum sollten Unternehmen bereits bei der Auswahl der passenden Software auf die Unterstützung von Ökosystemen achten – denn so vermeiden sie einen Lock-In von einzelnen Herstellern. Unser CRM- & ERP-System Steps Business Solution stellt beispielsweise zusammen mit Integrationen von Logistik, ECM, Finance, Business Intelligence, eBusiness, Collaboration und Hosting heute schon so einen solchen Systemverbund dar.

Frage 3: Wie wird sich in Zukunft die Datenverarbeitung hin zu einer smarten Datenverarbeitung verändern, so dass dieser der neuen Flut an Daten gerecht wird?

Um die Flut an Daten zu bewältigen, sind Unternehmen auf optimierte oder automatisierte Prozesse angewiesen. Smart wird eine Datenverarbeitung dann, wenn sie menschliche Aufgaben übernimmt. Das beginnt bereits bei Routineaufgaben. Bewährte Mittel dafür sind fachlich detaillierte und umfassende Algorithmen, regelbasierte Systeme, gut vorgefertigte Auslieferungsvorlagen oder regelmäßige Aktualisierungen.

Smart Data spielt auch für Unternehmenssoftware eine essentielle Rolle. Denn sie baut auf stimmigen Daten auf, ist auf korrekte Werte, exakt formulierte Inhalte sowie die richtige Verknüpfung der Daten angewiesen. Darüber hinaus muss sie die gesetzlichen Regelungen – Stichwort DSGVO – einhalten. Eine umfangreiche Umsetzung der Regeln innerhalb der Software wie auch bei der Steuerermittlung führt zu einer hohen Bedienungssicherheit und Automatisierbarkeit. Die Daten werden an der Quelle durch elektronischen Datenaustausch der Systeme oder mittels Eingabe über ein Portal durch den Kunden selbst erfasst. Vorgefertigte Konfigurationen ermöglichen es auch, die Anforderungen der DSGVO sicher und stressfrei zu erfüllen. So müssen die Mitarbeiter nur noch die Ausnahmen nachbearbeiten. Diese Vorgehensweise spart Zeit und schont die Nerven.

Frage 4: Wie lang wird es noch dauern bis Lösungen für Künstliche Intelligenz in Unternehmenssoftware flächendeckend angeboten werden?

Künstliche Intelligenz wird sich erst schrittweise durchsetzen. Auch wenn wir bereits erste Prototypen sehen (Beispiel Google), wird es noch dauern, bis solche Lösungen auch bei Unternehmenssoftware zum Standard gehören. Sie werden da zum Einsatz kommen, wo immer alles gleich abläuft, also bei Routineaufgaben. Die Systeme erkennen ähnliche und sich wiederholende Abläufe und setzen diese automatisch um, gewinnen dabei an Erfahrung und arbeiten immer genauer. Genau das meint Machine Learning. Wo der Grad der Individualisierung jedoch besonders hoch ist, werden sich solche Lösungen nicht so schnell durchsetzen. Hier werden weiterhin Menschen handeln und entscheiden.

Frage 5: Wird Robotic Process Automation künftig eine Standard-Funktion in Unternehmenssoftware sein?

Die automatisierte Bearbeitung von Prozessen durch Maschinen hat uns in Mitteleuropa erfolgreich gemacht und ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für unseren Wohlstand. Es ist nur konsequent, dass dieser Trend auch auf Verwaltungstätigkeiten übergreift. Bereits jetzt werden Workflow-Systeme eingesetzt. Diese steuern Arbeitsabläufe und sichern die Leistungskette. In der Tat werden sie in Zukunft zum wichtigen Baustein für eine Integration in Unternehmenslösungen und auf kurz oder lang sogar eine Standard-Funktion sein.


Über Guido Grotz, Vorstand der Step Ahead AG

Guido Grotz, Vorstand der Step Ahead AG (Copyright Step Ahead AG) ist ausgebildeter Bankkaufmann und Diplom Informatiker. 1999 gründete er zusammen mit seinem Vorstandskollegen Wolfgang Reichenbach und sieben weiteren Gründern die Step Ahead AG. Seitdem war er in den Bereichen Finanzen, Beratung, Support und Vertrieb tätig. Seit 2015 verantwortet er die Produktstrategie und -entwicklung und befasst sich intensiv mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen im Business-Kontext.

Die Step Ahead AG berät mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Europa bei der Digitalisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen. Der CRM- & ERP-Anbieter hat sich auf die Branchen IT, Handel, Service, Fertigung/Produktion sowie kommunale/s Abfallwirtschaft und Abfallmanagement spezialisiert und bietet dafür spezielle Branchenausführungen seiner Unternehmenslösung an. Step Ahead wurde 1999 in Germering bei München gegründet und beschäftigt derzeit 110 Mitarbeiter an sechs Standorten. Die Unternehmensgruppe wächst seit fünf Jahren zweistellig und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/2017 über zwölf Millionen Euro Umsatz. Damit ist Step Ahead der am stärksten wachsende ERP-Anbieter für den Mittelstand im deutschsprachigen Markt. Mehr Informationen unter: www.stepahead.de