Redaktionsbeitrag

Interview mit myfactory zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware?

Veröffentlicht am 18.12.2018

Matthias Weber im Gespräch mit David Lauchenauer, Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe, zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware?

Myfactory gehört zu den führenden Herstellern von webbasierter Business Software für die Cloud. Mit Myfactory Cloud ERP bietet das Unternehmen integrierte und individuell kombinierbare Module. Dazu gehören: ERP (Enterprise Ressource Planning), CRM (Customer Relationship Management), Finanzbuchhaltung, Produktion, MIS und eCommerce. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen aus den Branchen Handel, Produktion und Dienstleistung setzen die Lösung ein. Myfactory zählt zu den Cloud-ERP-Pionieren und entwickelt seit 2002 kontinuierlich seine Business Software weiter. An den Standorten München (Deutschland) und St.Gallen (Schweiz) betreuen rund 50 Experten zusammen mit über 100 Vertriebspartnern mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum: Beropur, Ehlert, Karls Markt OHG, Messe Stuttgart, Rotel AG, Zaugg AG…

Auf unsere 5 Fragen zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware? gibt uns David Lauchenauer, Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe, Antworten.

5 Fragen an myfactory zum Thema Enterprise Application Software 2019 – Was passiert im Bereich Unternehmenssoftware?

Frage 1: Wie wichtig sind agile Software-Architekturen für Unternehmenssoftware?

Nicht nur Unternehmenssoftware brauchen 2019 eine agile Software-Architektur, auch das Unternehmen dahinter braucht mehr Agilität. Zum einen erlauben agile Strukturen in der Software eine schnelle Weiterentwicklung und Verbesserung der Software. Zum anderen ermöglichen agile Strukturen im Unternehmen und dem Cloud-Ansatz eine schnelle Auslieferung der Applikation in die Public-Cloud und Kunden. Vom agilen Ansatz profitieren die Kunden. Sie erhalten stets eine aktuelle und stabile Software ohne dafür proaktiv etwas zu tun.

Auch das Partner-Netzwerk profitiert von der Agilität. Unsere Partner haben das Ohr am Markt und geben uns wichtige Inputs über künftige und notwendige Funktionen. Über ein demokratisches Abstimmungsverfahren im Partnerportal können für die einzelnen Weiterentwicklungswünsche die Priorität für die Entwicklung beeinflusst werden. So liefern wir den Partnern ebenfalls für Ihre Kunden eine zeitgemäße und marktgerechte Software.

Frage 2: Inwieweit wird die Unterstützung von digitalen Ökosysteme in Unternehmenssoftware zum Standard?

Der Trend zu digitalen Ökosystemen steht noch am Anfang, wird aber 2019 zunehmend an Bedeutung gewinnen. Voraussetzung für eine solche Plattform ist eine hochverfügbare und moderne Cloud ERP Software. Über die Anbindung von verschiedenen Diensten wird die Software zum zentralen Hub für das eigene Business. Über APIs können alle Marktteilnehmer miteinander kommunizieren. Die Steuerzentrale ist das ERP-System.

Blicken wir auf den Ist-Zustand: Schon heute können flexible Cloud ERP Systeme andere Marktteilnehmer in das Unternehmen integrieren. Sei es Kunden mit einem Self-Service-Portal oder Vertriebspartner über ein internes Portal zur Bereitstellung von Partnerinformationen. Auch Dienstleister können mit entsprechender Berechtigung einen Zugriff auf das System erhalten. Besonders einfach wird das durch Cloud ERP.

Frage 3: Wie wird sich in Zukunft die Datenverarbeitung hin zu einer smarten Datenverarbeitung verändern, so dass dieser der neuen Flut an Daten gerecht wird?

Die künftige Aufgabe von ERP-Systemen wird die Steuerung von Geschäftsprozessen. Das ERP-System ist der antreibende Motor des Unternehmens. Zusätzlich dazu wird es künftig spezielle Software geben, die sich auf die Analyse der gesammelten Datenmengen konzentriert. Das Ergebnis der Datenaufbereitung werden Entscheidungen sein, die im ERP-System neue Geschäftsprozesse auslösen.

Die Chance von smarter Datenverarbeitung ist es, ein genaueres Verständnis der Geschäftsprozesse zu erhalten. Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich große und neue Optimierungspotenziale. Das wird für 2019 und darüber hinaus ein spannendes Feld.

Frage 4: Wie lang wird es noch dauern bis Lösungen für Künstliche Intelligenz in Unternehmenssoftware flächendeckend angeboten werden?

Der flächendeckende Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird weiterhin auf sich warten lassen. Je nach Fachbereich wird sich aber KI früher oder später durchsetzen – und zwar modulbezogen. Im Bereich der Buchhaltung und Finanzen sowie der Logistik gibt es hier sehr konkrete Anwendungsszenarien: Die Tourenplanung beispielsweise gewinnt durch den Einsatz von KI an Effizienz. Durch die intelligente Berücksichtigung von Wetterdaten, Verkehrsflüssen und der zeitlichen Erreichbarkeit des Empfängers kann der Lieferprozess deutlich verbessert werden. Ohne Künstliche Intelligenz in Verbindung mit Machine Learning wird man nur wenig Optimierung bei den aktuellen Prozessen erreichen.

Das Beispiel zeigt, dass der Mehrwert über die Verbreitung von KI entscheidet. Konkrete Szenarien lassen einen Return on Invest erkennen und werden so eher umgesetzt, als Anwendungen deren Nutzen nicht sofort ersichtlich ist.

Frage 5: Wird Robotic Process Automation künftig eine Standard-Funktion in Unternehmenssoftware sein?

RPA ist heute schon in vielen Bereichen der Unternehmenssoftware enthalten und wird sicher auch 2019 noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Geschäftsprozessen, die eigentlich keine menschliche Interaktion erfordern, aber von Menschen angestoßen werden müssen, sind nur unnötige Zeitfresser. Solche Prozesse demotivieren zudem Mitarbeiter. Eine Automatisierung mit RPA verschafft ihnen hingegen Zeit, sich auf werthaltigere Prozesse zu konzentrieren.

Ein Beispiel: Eine intelligente Maschine in der Produktion kann heute schon eine E-Mail versenden, wenn Werte von den Soll-Vorgaben abweichen. Die Erfassung der E-Mail als Serviceticket durch einen Mitarbeiter ist möglich aber kann zu 100 Prozent automatisiert werden. Die eingesparte Zeit lässt sich dann für die Lösung des Problems nutzen. Leider zeigt die Praxis, das solche Funktionen noch zu wenig genutzt werden, auch wenn sie bereits heute verfügbar sind – zum Beispiel in unserer Lösung Myfactory Cloud ERP.


Über David Lauchenauer, Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe