Redaktionsbeitrag

Deutschland und KI: Hoffnungslos abgehängt oder in Schlagdistanz?

Veröffentlicht am 03.03.2020

Kann Deutschland KI-Spitzenreiter wie USA und China noch aufholen? Jörg Bienert, Partner und Chief Product Officer der Data & AI Beratung Alexander Thamm GmbH, gibt hier seine Einschätzung dazu. Als Präsident des Bundesverbandes künstliche Intelligenz weiß er genau, was zu tun ist, um zu den Vorreitern aufzuschließen.

Deutschland und KI: Hoffnungslos abgehängt oder in Schlagdistanz?

Ist von Künstlicher Intelligenz die Rede, gilt Deutschland im internationalen Vergleich als abgeschlagen. Dass die Behauptung nicht aus der Luft gegriffen ist, belegen aktuelle Studien: So nutzen laut PwC nur vier Prozent der Unternehmen in Deutschland KI, zwei Prozent befinden sich im Implementierungsprozess. Auch in der Forschungsarbeit und der Übertragung in die Wirtschaft liegt die Bundesrepublik im Hintertreffen.

Doch Deutschland hat das Potenzial aufzuholen. Gerade in Bezug auf industrielle Daten rund um die Bereiche Robotik und Industrie 4.0 ist Deutschland traditionell gut aufgestellt. Zudem haben Unternehmen und Politik das Bewusstsein für die Wichtigkeit von KI entwickelt und die finanzielle Förderung von KI-Startups und -Projekten erhöht. So errechnete die Studie „The Road to AI“, dass Deutschland 2019 mit 218 Neugründungen immerhin auf Platz drei des europäischen KI-Ökosystems landete.

Doch um den Anschluss zu den aktuellen Gewinnern aus China und den USA nicht zu verlieren, braucht es Mut, die Komfortzone zu verlassen. Dafür muss vor allem verstärkt in Bildung investiert werden. Denn woran es bei der Umsetzung von KI oft hapert, ist der Mangel an Fachpersonal. In der Vergangenheit war es schwierig, hiesige Talente aufgrund der mangelnden Förderung im Land zu halten. Die aktuell geschaffenen Anreize durch die gestiegene Förderung lässt hoffen, dass die Talente von morgen bleiben und nicht mehr gen Silicon Valley ausweichen. Nur so schafft sich Deutschland eine gute Basis für die Aufholjagd.


Autor: Jörg Bienert, Chief Product Officer bei der Alexander Thamm GmbH.

Jörg Bienert ist Chief Product Officer bei der Alexander Thamm GmbH. Nach seinem Studium der technischen Informatik und mehreren Stationen in der IT-Branche gründete er ParStream, ein Big Data Startup mit Sitz im Silicon Valley, das 2015 von Cisco übernommen wurde. Als Mitgründer und Vorsitzender des Bundesverbandes künstliche Intelligenz beteiligt er sich intensiv an der öffentlichen Diskussion über den Einsatz von KI in Deutschland.

Über die Alexander Thamm GmbH:

Die Alexander Thamm GmbH ist eine führende Beratung für Data und künstliche Intelligenz (KI) im deutschsprachigen Raum. Die Mission des Unternehmens ist es, für seine Kunden aus Daten Mehrwerte zu generieren und so auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Dazu entwickelt und implementiert die Alexander Thamm GmbH datengetriebene Innovationen sowie Geschäftsmodelle für seine Kunden. Das Leistungsportfolio umfasst die gesamte Data Journey – von der Datenstrategie über die Entwicklung von Algorithmen und den Aufbau von IT-Architekturen bis hin zu Wartung und Betrieb. Die unternehmenseigene Data Academy bietet Schulungen zu Data Science, Big Data und künstlicher Intelligenz an. Gegründet wurde die Beratung im Jahr 2012 von Alexander Thamm und beschäftigt derzeit über 130 Mitarbeiter. Der Hauptsitz befindet sich in München. Weitere Standorte sind Berlin, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Köln. Zu den Kunden zählen unter anderem über die Hälfte der DAX-30-Unternehmen.