Der Brexit und seine Auswirkungen auf den Online-Handel

Der Brexit ist seit Ende Januar durchgesetzt – Online-Händler der EU müssen sich nun fragen: Welche Folgen wird der Brexit für den E-Commerce haben? Lesen Sie hier, was bereits vorherzusagen ist, was noch in den Sternen steht und worauf Händler sich besonders vorbereiten sollten.

Der Brexit und seine Auswirkungen auf den Online-Handel

Nach langwierigen Austrittsverhandlungen, mehrfachen Verschiebungen des Stichtages sowie einer Phase erheblicher Unsicherheit für Politik und Handel ist es nun soweit – am 31. Januar um 24.00 Uhr (MEZ) trat Großbritannien förmlich aus der Europäischen Union aus. Ein „harter“ Brexit konnte indes glücklicherweise (noch) vermieden werden, das Austrittsabkommen wurde mittlerweile vom britischen Parlament ratifiziert. Trusted Shops erläutert, welche Bedeutung der Brexit für den grenzübergreifenden Online-Handel in Europa hat und welche Gefahren er mit sich bringt.

Welche unmittelbaren Folgen hat der Austritt für den Onlinehandel?

Vor dem Hintergrund der Größe und der wirtschaftlichen Bedeutung des britischen E-Commerce Markts ist diese Entwicklung gerade für Online-Händlerinnen und Händler zunächst beruhigend. Denn der gesamte rechtliche Rahmen der EU für den elektronischen Geschäftsverkehr gilt für UK in der Übergangsperiode weiter. Insbesondere bleibt das Land bis Ende 2020 Teil des Binnenmarkts und der Zollunion. Für den Onlinehandel bedeutet dies vor allem, dass etwaige Formalitäten bei der Wareneinfuhr- und Ausfuhr, die höhere Versandkosten für die Endkunden haben können, an dieser Stelle unterbleiben. Längere Lieferzeiten aufgrund von Zollkontrollen sowie zusätzliche Steuer (z.B. die Einfuhrumsatzsteuer) oder Zolltarifen werden ebenfalls vermieden.

Entscheidend ist die Regelung der künftigen Beziehungen

Das Austrittsabkommen selbst ermöglicht lediglich die genannte Übergangsperiode, es enthält aber keine umfassenden Regelungen zu den künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien im Bereich des E-Commerce. Laut der politischen Erklärung über die künftigen Beziehungen, eines rechtlich unverbindlichen Dokuments, das gemeinsam mit dem Austrittsabkommen ausverhandelt wurde, werden sich beide Seiten unmittelbar nach Brexit bemühen, ein (gesondertes) Abkommen über die künftigen Beziehungen abzuschließen.

Wann und in welcher Form dieses gesonderte Abkommen geschlossen wird, bleibt aktuell allerdings ungewiss. Insofern bleibt auch ein potenzielles Risiko eines ungeregelten Brexit nach Ende der Übergangsperiode. Wenn auch dieses nunmehr geringer sein dürfte, ergäben sich bei solch einem Szenario insgesamt negative Folgen für den europäischen E-Commerce.

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