Neue Studie belegt weiteren Handlungsbedarf bei Digitalisierung der Landesverwaltungen

Die Landesverwaltungen in Deutschland realisieren seit Jahren umfangreiche Digitalisierungsvorhaben. Eine neue Untersuchung unter Beteiligung von CGI zeigt jedoch, dass nach wie vor ein geringer Digitalisierungsgrad bei den Verwaltungsleistungen für die Bürger vorhanden ist. Dafür gib es mehrere Gründe:

Neue Studie belegt weiteren Handlungsbedarf bei Digitalisierung der Landesverwaltungen

Die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung gehört zu den zentralen Herausforderungen staatlichen Handelns. Die Bundesländer unternehmen aktuell erhebliche Anstrengungen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und ihre Verwaltung fit für die digitale Zukunft zu machen. Die neue Studie „Digitalisierung der Landesverwaltungen in Deutschland: Erfahrungen und Herausforderungen“, die gemeinsam von CGI, AIOS, BearingPoint, Cassini, GBTEC und PwC durchgeführt wurde, zeichnet ein detailliertes Bild über den Stand und die Herausforderungen der digitalen Transformation der Landesverwaltungen in Deutschland. Für die Studie wurden Vertreter aus elf Bundesländern befragt, die in leitender Funktion tätig sind und die strategische Ausrichtung der Verwaltungsdigitalisierung maßgeblich mitbestimmen.

Untersuchungsschwerpunkte waren unter anderem „Ziele und Erfolgsfaktoren der Digitalisierung“, „Steuerung der Digitalisierung“ und „Geschäftsprozess- und Veränderungsmanagement als zentrale Gestaltungsfelder der Digitalisierung“.

Eine wichtige Basis für die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen ist die systematische Analyse, Dokumentation, Optimierung und Steuerung von Geschäftsprozessen im Rahmen eines Geschäftsprozessmanagements. Die Studie zeigt, dass diesbezüglich noch weiterer Handlungsbedarf besteht. So hat fast die Hälfte der Befragten die Geschäftsprozesse nicht oder nur teilweise dokumentiert und sogar nur bei 14% findet sich überhaupt eine Digitalisierung von internen Geschäftsprozessen. Dieser niedrige digitale Reifegrad findet seine Entsprechung auch im Stand der Digitalisierung der behördlichen Leistungserbringung.

Im Themenfeld „Ziele“ ergibt sich auf die Frage nach den wichtigsten Treibern von Digitalisierungsvorhaben auf einer Skala von 0 (weniger wichtig) bis 5 (sehr wichtig) folgendes Ranking: fachliche und organisatorische Notwendigkeit (4,0), gesellschaftliche Aspekte (3,5), wirtschaftliche Aspekte (3,2) und technologische Bedarfe (3,0). Bei der Bewertung der Priorität von Themen bei Digitalisierungsvorhaben nennen die Befragten vor allem Servicegedanke und Kundenfokussierung (4,1), Mitarbeiterzufriedenheit (3,8), verstärkte Fort- und Weiterbildung (3,8), moderne IT-Ausstattung (3,8) und Wirtschaftlichkeit (3,4). Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierungsbestrebungen weniger einen technischen als vielmehr einen fachlichen Fokus haben und vor allem der Verbesserung der Services und der staatlichen Leistungserbringung dienen sollen. Als zentrale Hindernisse für die Digitalisierung identifizieren die Befragten hauptsächlich drei Punkte: fehlende Ressourcen, beeinträchtigte Flexibilität durch starre organisatorische Strukturen und rechtliche Vorgaben sowie heterogene IT-Landschaften.

Auch bei der Steuerung der Digitalisierung nimmt die Priorisierung eine zentrale Rolle ein. Hier zeigt die Untersuchung deutlich, dass viele Digitalisierungsvorhaben durch gesetzliche Regelungen initiiert werden; dazu zählen das Onlinezugangsgesetz (OZG), E-Government-Gesetze oder auch Fachgesetze. Die Studie hält fest: „Da hier die Umsetzungsspielräume für die Verwaltung sehr eng sind, wird die gesetzliche Notwendigkeit von vielen Befragten als oberstes Kriterium für die Priorisierung von Vorhaben genannt.“

Dr. Thorsten Gorchs, Director Consulting Services, Head of Public Sector Consulting Services Germany bei CGI:

„Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wird an der stärkeren Digitalisierung der Verwaltung kein Weg vorbeiführen. Das zentrale Ziel muss dabei sein, Verwaltungsverfahren bürgerfreundlicher zu gestalten, sowohl im Hinblick auf eine Steigerung der Bürger- als auch der Mitarbeiterzufriedenheit. Bürger wie auch Mitarbeiter wollen das gleiche Erlebnis bei Verwaltungsvorgängen wie sie es auch bei anderen Tätigkeiten im Netz haben. Darüber hinaus geht es natürlich auch um die Beschleunigung der Verwaltungsvorgänge unter Berücksichtigung erhöhter Sicherheitsanforderungen, letztlich also um eine erhöhte Wirtschaftlichkeit.“

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