Pressemitteilung

Interview mit ODION zum Thema ERP 2018

Veröffentlicht am 21.12.2017

Matthias Weber im Gespräch mit Thomas Butterbach, Kaufmännischer Geschäftsführer ODION, zum Thema ERP 2018.

Interview mit
Thomas Butterbach, Kaufmännischer Geschäftsführer ODION,
zum Thema ERP 2018

Thema: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning)

Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Mit eigenen Workflows, Automatismen, Entscheidungstabellen und dergleichen besitzt moderne Unternehmenssoftware bereits heute eine gewisse Intelligenz. Diese Möglichkeiten bieten allerdings noch nicht alle Systeme.

Selbst bei fortschrittlicher Unternehmenssoftware wird es aber primär darum gehen, den Anwender bestmöglich zu unterstützen und ihm weiterhin die wichtigen Entscheidungen zu überlassen.

In komplexen Arbeitsumgebungen, wie z. B. der industriellen Produktion, müssen zur optimalen Unterstützung der Entscheidungsfindung große Datenmengen intelligent gefiltert und aggregiert werden. Machine Learning kann hier beispielsweise zur Muster- und Anomalieerkennung eingesetzt werden. Die letztendliche Entscheidung wird 2018 aber noch vom Mensch getroffen.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps)

Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Im Zuge des Cloud-Computing wird Unternehmenssoftware zunehmend webfähig. Die Systemnutzung mittels Browser bietet eine deutlich bessere Mobilität und Flexibilität.

Da es heutzutage auch sehr gute Möglichkeiten der plattformunabhängigen Entwicklung gibt, wird es 2018 keine große Rolle spielen, ob Web- oder Mobilanwendung. Einmal entwickelt, kann eine Anwendung auf mehrere Plattformen bereitgestellt werden.

Die mobile-first Devise hat darüber hinaus den Vorteil, dass man sich bei der Entwicklung auf das Wesentliche konzentrieren muss. Ergebnis sind benutzerfreundlichere Anwendungen, die z. B. direkte Rückmeldungen von Shopfloor und Lager vereinfachen.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications)

Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

Whatsapp, Slack & Co. haben vorgemacht, was bei Unternehmenssoftware lange vernachlässigt wurde: Die eigentliche Kommunikation zwischen Anwendern findet nicht über ausgefüllte und weitergereichte Masken oder Formulare statt. Anrufe und Meetings bleiben daher unerlässlich und einfache Tools erfreuen sich großer Beliebtheit.

2018 wird es deshalb mehr Anstregungen geben, die Kollaboration à la Slack und Skype in Unternehmenssoftware zu integrieren. So bieten moderne Systeme bereits einen Chat zu Geschäftsvorfällen an, mit dessen Hilfe kommuniziert werden kann, was in einer Maske keinen Platz findet.

Für Chatbots, die einen menschlichen Gesprächspartner simulieren, ist es 2018 noch zu früh. Stattdessen erleichtern Volltextsuche und kontextsensitive Hilfe die Arbeit mit Unternehmenssoftware.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0)

Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Bei Industrie 4.0 fehlen weiterhin allgemein anerkannte Standards. Die Vernetzung erfolgt noch zu oft individuell über spezifische Protokolle und Schnittstellen. Viele Industrie 4.0-Projekte bleiben deshalb Einzelfall-Lösungen.

Dabei gibt es vielversprechende Standardlösungen, die prominente Unterstützung erfahren. Das Kommunikationsprotokoll OPC UA wird u. a. vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) sowie vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI) favorisiert. Es erfüllt die notwendigen Voraussetzungen, um Unternehmenssoftware mit darunterliegenden Ebenen, insbesondere der Steuerungs- und Feldebene zu vernetzen.

Durch die zunehmende Unterstützung und Adaption von OPC UA wird der offene Standard 2018 eine größere Rolle spielen. Darauf basierende Software hat eine gute Chance, keine Einzelfall-Lösungen zu bleiben.

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO)

Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

In ERP-Systemen lagern viele sensible Daten. Die Motivation von Hacker, diese Systeme anzugreifen, ist dementsprechend hoch. Durch zunehmende Vernetzung erhöhen sich zusätzlich die Angriffsmöglichkeiten. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen werden deshalb auch die Hackerangriffe steigen. Eine absolute Sicherheit wird es auch 2018 nicht geben.

Alleine auf Gesetze bzw. Verordnungen (Stichwort DSGVO) oder auf visionäre Konzepte (Stichwort Blockchain) zu vertrauen, reicht leider nicht aus. Man sollte deshalb vor lauter Technikeuphorie nie die Sicherheit aus dem Auge verlieren und abgestimmte Maßnahmen ergreifen, die immer vom Anwendungsfall abhängen.

Sicherheit kann leider nicht zur Standardlösung gemacht werden, aber in Standardlösungen müssen 2018 mehr denn je Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.


Das Interview zu ERP 2018 wurde schriftlich mit Thomas Butterbach, Kaufmännischer Geschäftsführer ODION, geführt.

Über Thomas Butterbach (ODION):

Thomas Butterbach - Kaufmännischer Geschäftsführer ODION Copyright by Fotostudio Blende 8 & IBO (109)
Thomas Butterbach – Kaufmännischer Geschäftsführer ODION Copyright by Fotostudio Blende 8 & IBO (109)Schon während des Master-Studiums war Thomas Butterbach als wissenschaftliche Hilfskraft im SAP-Umfeld (TERP10-Zertifkat SAP Certified Business Associate) tätig. Seine Studienschwerpunkte Managementsysteme, Unternehmensführung sowie industrielle Produktion hat er nach Master-Abschluss als wissenschaftlicher Mitarbeiter der htw saar weiter vertieft, u.a. als Projektleiter in diversen IT-Projekten im Mittelstand. An der htw saar war Thomas Butterbach außerdem als Dozent für kaufmännische Unternehmensführung und Informationsmanagement mit SAP tätig. Seine Kernkompetenz sind Unternehmens-, Prozess- und Anforderungsanalysen, die er durch zahlreiche Workshops und Interviews in hauptsächlich industriellen Unternehmen ausgebaut hat. Seit 2017 ist er Geschäftsführer der ODION GmbH und bringt diese Erfahrung in die modernen Lösungen mit ein – immer nah an den Kundenanforderungen orientiert.Thomas Butterbach – Kaufmännischer Geschäftsführer ODION Copyright by Fotostudio Blende 8 & IBO (109)

Über ODION:

Die junge Hochschulausgründung ODION ist angetreten, um Unternehmenssoftware neu zu denken. ODION will die mit Business Software verbundenen Hürden und Kosten reduzieren und einen niedrigschwelligen Einstieg in die Industrie 4.0 schaffen. Durch einen neuen Ansatz entfallen dabei die Lizenzkosten. Moderne Technologie kann schnell adaptiert und integriert werden. ODION liefert hierfür eine durchgänge IT-Plattform zum Umstieg in die digitalisierte Welt. Neben den klassischen ERP-Funktionen (Verkauf, Warenwirtschaft, PPS uvm.) kommuniziert die Plattform mit den technischen Abteilungen von Konstruktion bis Produktion. Sie verarbeitet Zustandsdaten von Maschinen und Betriebsdaten aus der Produktion. Damit gelingt eine Durchgängigkeit, die man selten findet.

Gründerteam“ von ODION (von links nach rechts: Malte Jacobi (techn. Geschäftsführer), Meike Hofmann (Leitung Marketing und Vertrieb), Thomas Butterbach (kaufm. Geschäftsführer)
Gründerteam“ von ODION (von links nach rechts: Malte Jacobi (techn. Geschäftsführer), Meike Hofmann (Leitung Marketing und Vertrieb), Thomas Butterbach (kaufm. Geschäftsführer)