Pressemitteilung

Interview mit mesonic zum Thema ERP 2018

Veröffentlicht am 02.11.2018

Matthias Weber im Gespräch mit Claudia Harth, Marketingleiterin bei mesonic in Deutschland, zum Thema ERP 2018. Auf diese 5 Fragen zum Thema ERP 2018 hat Sie interessante Antworten geliefert: Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können? Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben? Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools? Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen? Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Interview mit Claudia Harth, Marketingleiterin bei mesonic, zum Thema ERP 2018

Thema: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning)

Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Künstliche Intelligenz und Machine (Deep) Learning könnten der nächste große Hype der IT-Branche nach IoT (Internet of Things) und Industrie 4.0 werden. ERP-Anbieter stehen dabei nicht nur vor einer neuen großen Herausforderung, sondern auch vor neuen Chancen.

Erste Ansätze von „intelligenten“ Entscheidungen sind bei einigen Softwarelösungen schon vorhanden, indem sie beispielsweise beim Ausverkauf eines Artikels automatisch einen Ersatzartikel vorschlagen oder eine Spracheingabe und Texterkennung ermöglichen. Die echte Einbindung von KI bzw. Machine Learning in ERP-Systeme steckt derzeit jedoch noch in den Kinderschuhen und stellt die ERP-Hersteller in den nächsten Monaten und Jahren vor große Aufgaben.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps)

Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Ein ERP ohne mobile Anbindung ist nicht mehr zukunftsfähig. Im Zuge des modernen ortsunabhängigen Arbeitens mit flexiblen Arbeitszeiten ist die Mobilfähigkeit von ERP-Software unerlässlich. Auch für die junge, nachrückende Generation von Arbeitnehmern ist Flexibilität am Arbeitsplatz ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Arbeitsplatzes. Im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel also durchaus ein Aspekt, den man im Auge behalten sollte.

Daher gehen wir davon aus, dass das mobile Arbeiten in den nächsten Jahren ein großes Wachstum erfahren wird und ganz oben auf der Agenda der ERP-Anbieter stehen muss.

Wir setzen bereits seit einigen Jahren auf die zusätzliche mobile Anwendbarkeit unserer ERP-Komplettlösung WinLine. Für die mobile Version der WinLine stehen eigene Apps zur Verfügung, über die der Anwender in Echtzeit in unserer Software arbeiten kann.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications)

Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

„Collaboration“ wird eine weitere Anforderung sein, auf die sich ERP-Hersteller mit ihren Systemen einrichten müssen. Social Media-Aktivitäten, die bis vor kurzem noch überwiegend im Privatbereich stattfanden, sind dabei, die geschäftliche Kommunikation und damit die Arbeitswelt erobern. Auch hier sind die Generationen Y & Z die Treiber der Entwicklung. Sie nutzen diese Kommunikationswege seit jeher derart selbstverständlich, dass eine Einbindung in ERP-unabdingbar wird.

Durch den Einsatz von Sharing-Plattformen in die ERP-Lösungen wird z. B. das Teamwork verbessert. Da allen Gruppenmitgliedern alle notwendigen Informationen zur Verfügung stehen, können sie auf effizientem Weg gemeinsam Lösungen entwickeln. In der mesonic WinLine ist eine derartige Plattform mit WinLine SHARE bereits integriert.

Ein weitere spannende Entwicklung werden die Chatbots sein. Sie können beispielsweise als virtueller Berater im Kundenservice fungieren und haben den Vorteil, rund um die Uhr verfügbar zu sein. Chatbots ermitteln auf Basis analysierter Nutzerprofile personalisierte Antworten, sind als eine Form der Künstlichen Intelligenz lernfähig und werden durch maschinelles Lernen immer besser. Für den Kunden ist ein Unterschied Mensch/Chatbot dann kaum noch auszumachen. Da sich dadurch viele Vorteile für das Unternehmen ergeben, werden ERP-Hersteller gefordert sein, auch diese Lösungen künftig in ihre Softwareprogramme einzubinden.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0)

Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Industrie 4.0 und Internet of Things spielen schon geraume Zeit eine wichtige Rolle bei der ERP-Entwicklung. Durch die zunehmende Automatisierung von Prozessen – nicht nur innerhalb eines Unternehmens, sondern auch mit Externen wie Kunden und Lieferanten – werden riesige Datenmengen erhoben und miteinander ausgetauscht. Das große Ziel „Alles ist mit allem vernetzt“ erfordert immer besser miteinander verbundene Lösungen, aber auch neue Datenhaltungskonzepte.

Die Basis hierfür ist ein komplett integriertes Workflowmanagement für die Definition und Einrichtung dieser Prozesse. Bringen ERP-Systeme die dafür notwendigen Voraussetzungen mit, z. B. eine flexible Software-Architektur, einfache Möglichkeiten zur Integration von Fremdsystemen sowie eine offene Datenbank zum Datenaustausch, steht einer großflächigen Vernetzung nichts mehr im Weg.

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO)

Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Generell haben Hackerangriffe auf Unternehmen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch wenn ERP-Systeme bisher eher selten im Fokus standen, sollten Verantwortliche bereits jetzt alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um im Fall der Fälle geschützt zu sein. Denn als zentrales Organ der Unternehmens-IT kann ein Angriff auf die ERP-Software im Unternehmen großen Schaden anrichten.

Dies wird umso wichtiger, als dass Unternehmenssoftware nicht mehr in einem geschlossenen Raum agiert, sondern sich im Zuge der Digitalisierung immer weiter für andere Systeme öffnet und vernetzt und damit auch über diese Kanäle angreifbarer werden kann. In Anbetracht der enormen Strafen, die mit Verletzung der gesetzlichen Vorgaben der ab 2018 geltenden EU-Datenschutzgrundverordnung einhergehen, müssen Datensicherheit und Datenschutz ein zentrales Thema auf oberster Ebene im Unternehmen sein.


Das Interview wurde schriftlich mit Claudia Harth, Marketingleiterin bei mesonic, geführt.

Claudia_Harth, Marketingleiterin bei mesonic in Deutschland
Claudia Harth, Marketingleiterin bei mesonic in Deutschland

Über Claudia Harth:

Claudia Harth ist Marketingleiterin bei mesonic in Deutschland. Sie ist seit 1999 bei mesonic und seitdem im ERP-Geschäft.