Redaktionsbeitrag

Interview mit Bilendo zum Thema ERP 2018

Veröffentlicht am 27.10.2018

Matthias Weber im Gespräch mit Florian Kappert Co-Founder der Bilendo GmbH, zum Thema ERP 2018.

Interview mit Florian Kappert Co-Founder der Bilendo GmbH zum Thema ERP 2018

Thema: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning)
Frage: Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Das ist heute kein Problem mehr der IT. Es gibt zahllose Einsatzfelder in denen autonom entscheidende Softwarelösungen alltägliche Probleme lösen und der Einsatz ist auch nichts neues. Wenn man an Software aus den Bereichen Automobil (Navigationssysteme, Assistenten), Luftfahrt (Auto-Pilot, Sicherheits-Assistenten), Finanzen (Trading), Logistik (SCM-Prozesse automatisieren) uvm.

Ob die Entscheidungen intelligent sind hängt ganz vom gegebenen Entscheidungsrahmen der Software ab. Auch eine autonom handelnde Software kann nur im dafür vorgesehenen Rahmen Entscheidungen treffen.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps)
Frage: Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Nicht alle Anwendungen und Einsatzgebiete eignen sich als mobile Anwendung. Es ist zwar enorm praktisch Microsoft Excel auch auf dem Smartphone bedienen zu können, jedoch werden Power-User immer auf die Desktop-Variante zurückzugreifen. Je nach Einsatzgebiet muss entschieden werden ob die Software mobile-first entwickelt wird.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications)
Frage: Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

Ja, definitiv und ja, es braucht dafür sicherlich weiterhin oft separate Tools. Wenn die notwendige Datenbasis vorhanden ist, können Softwarelösungen immer besser dabei helfen Prozesse zu optimieren und Prozesskosten zu senken. Unternehmenssoftware wird schon seit Jahren immer mehr prozess- als funktionsorientiert. Dadurch steigt der Grad der Spezialisierung der Software und gleichzeitig der Nutzen für den Anwender bzw. das Unternehmen. Auf der anderen Seite macht es diese Entwicklung erforderlich, dass verschiedene Softwareanbieter sich miteinander vernetzen und die Systeme miteinander Kommunizieren. Der Trend geht weg von einer monolithischen Software-Lösung hin zu einer Core-Anwendung mit ausgewählten Add-ons die sich perfekt in die IT-Infrastruktur eingliedern lassen.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0)
Frage: Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Es gibt leider immer noch sehr viele technische Hürden die verhindern, dass unterschiedliche Software-Lösungen miteinander kommunizieren. Viele Systeme unterstützen keinen oder nur rudimentären Austausch über REST-API oder Webservice. Die Schnittstellen werden schlecht gewartet und die IT-Infrastruktur ist gar nicht von dieser Seite aus konzipiert. Das bedeutet, dass elementare Bestandteile einer Software gar nicht über die Schnittstelle zugänglich sind. Firmen öffnen sich zwar immer weiter aber es bleibt ein “steiniger Weg”

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO)
Frage 5: Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Die Anzahl der Angriffe wird ganz sicher steigen. Ob jedoch auch die Anzahl der erfolgreichen Angriffe steigt kann ich nicht sagen.


Das Interview wurde schriftlich mit Florian Kappert, Co-Founder von Bilendo, geführt.

Florian Kappert ist Co-Founder von Bilendo
Florian Kappert ist Co-Founder von Bilendo

Über Florian Kappert und der Bilendo GmbH:

Florian Kappert ist Co-Founder von Bilendo. Die Bilendo GmbH wurde im April 2015 gegründet. Bilendo ist der erste B2B SaaS Anbieter zur Optimierung der Liquidität von Unternehmen und Automatisierung des gesamten Mahnwesens. Die Software können Unternehmen sofort und ohne technische Einrichtung nutzen. Mit Bilendo helfen wir unseren Kunden bei der Optimierung des gesamten Forderungs-Managements und der Verwaltung der offenen Posten. Der Dienst setzt unmittelbar nach Rechnungsstellung an, importiert via Schnittstelle oder Belegerkennung alle erforderlichen Daten, gleicht eingehende Zahlungen der Geschäftskonten automatisch mit ausgehenden Rechnungen ab, verschickt die gewünschten Dokumente wie Erinnerungen und Mahnungen per E-Mail oder per Post und informiert mit nützlichen Reports über den Stand der Dinge: Auf Wunsch geschieht das alles voll-automatisch.