Redaktionsbeitrag

EAS-Interview mit TILL.DE: Webauftritt & Online-Shop

Veröffentlicht am 31.07.2020

Die Redaktion, unter der Leitung von Matthias Weber, hat mit Joachim Schröder, Geschäftsführer von TILL.DE, ein Interview zum Thema „Webauftritt & Online-Shop“ durchgeführt. Das EAS-Interview liefert spannende Einblicke in die Trends bei Webauftritten und Online-Shops.

5 Fragen an TILL.DE zum Thema Webaufritt und Online-Shop

Auf unsere 5 Fragen zum Thema Webauftritt und Online-Shop gibt uns Joachim Schröder, Geschäftsführer von TILL.DE, Antworten.

Der Nutzer will heutzutage nicht nur schnöde surfen, sondern begeistert werden. Dafür müssen natürlich zunächst einmal die Basics erfüllt sein, wie z.B. kurze Ladezeiten der Online-Präsenz, einfache Usability und die Optimierung für mobile Endgeräte. Diese technischen Grundvoraussetzungen allein kreieren allerdings längst noch keinen Wow-Effekt – dafür sind die User viel zu verwöhnt. Man braucht also Elemente, an denen man hängen bleibt.

Der wahrscheinlich größte Trend ist aktuell natürlich die Integration von Bewegtbild  in den Web-Auftritt. Ob praktische Ratgeber-Sequenzen, außergewöhnliche Produktpräsentation oder Recruiting-Clip: Video-Marketing gepaart mit effektivem Seeding (d.h. einer guten Verbreitungsstrategie) und systematischer Suchmaschinenoptimierung kann die Nutzerzahlen und Verweildauer einer Webseite immens steigern. Erfolgreich sind vor allem kurze Videoclips, da sie den Usern einen schnellen Überblick geben – und viel spannender sind als Texte: Videos bündeln die Aufmerksamkeit auf einzigartige Weise, sodass die Marke besser im Gedächtnis bleibt.

2. Was halten Sie von Search Centric Design?

Beim Search Centric Design nimmt die Suchfunktion eine höhere Stellung ein als die Navigation der Webseite. Das kann durchaus Sinn machen – primär bei Webshops mit hunderten Artikeln. Dann braucht sich der User nicht umständlich durch die Navigation zu klicken, sondern kann die gewünschte Ware direkt über die Suchmaske aufspüren.

Anders sieht es bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen aus. Hier halte ich es für sinnvoll, die Navigation nicht vollkommen zu verdrängen, sondern den Nutzern sowohl eine selbsterklärende Navigation mit schlüssiger Menüstruktur als auch eine komfortable Seitensuche zur Verfügung zu stellen. Man darf Folgendes nicht vergessen: Einige Besucher sind sich eventuell noch gar nicht darüber im Klaren, wonach sie eigentlich suchen und möchten sich zunächst nur einen Überblick über das angebotene Leistungsspektrum verschaffen.

Darum sage ich: Je nach Branche sollten die beiden Aspekte Navigation und Suche ineinandergreifen und sich gegenseitig ergänzen. So halten wir es übrigens auch bei unserem eigenen Webauftritt www.till.de. Die Suchfunktion und Navigation setzen wir parallel, gleichberechtigt ein. So können wir jeden User dort abholen, wo er gedanklich steht.

3. Wie wird das Thema Virtual Reality das Shopping-Erlebnis verändern?

Virtual Reality ist für einige Branchen hochinteressant – vor allem, wenn es um die visuelle Erfahrung der Produkte oder Dienstleistungen geht. Da wäre zum Beispiel die Hotellerie: Man stelle sich vor, wie der Buchungsinteressierte in die virtuelle Realität abtaucht, um Flair und Ambiente des Hotels vorab hautnah zu erleben. Einen derart lebendigen Einblick könnten Fotos oder klassische Videos niemals bieten. Beim Shopping-Erlebnis wird das Thema Wohlfühlen und Begeisterung also noch mehr im Fokus stehen als heute. Wer rechtzeitig auf den Zug aufspringt, kann sich schon jetzt klare Wettbewerbsvorteile verschaffen.

4. Sind Chatbots die Verkäufer der Zukunft?

Bevor Chatbots Verkaufsgespräche führen können, sind noch einige Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz notwendig. Zwar können sie in unterschiedlichem Ausmaß auf Textbefehle reagieren und Antworten erzeugen, jedoch ist der Umfang des Skriptes und damit auch ihr Repertoire begrenzt. Weder können sie Ironie erkennen noch die Bedürfnisse des Gegenüber einschätzen. Daher ist es noch ein langer Weg, bis Chatbots solche Aufgaben übernehmen werden – vor allem bei hochkomplexen Produkten, bei denen der Nutzer seine eigenen Bedürfnisse eventuell noch gar nicht kennt.

Nehmen wir das Leistungsspektrum unserer Internetagentur als konkretes Beispiel: Der Kunde meldet sich bei uns, weil er uns mit Suchmaschinenoptimierung beauftragen möchte. Im Erstgespräch zeigt sich jedoch, dass der Interessent sofort bei Google auf Platz 1 möchte – doch das ist mit SEO ein steiniger Weg, der Zeit benötigt. Hier ist die Schaltung von Google AdWords (Google-Anzeigen) viel besser geeignet. Gemeinsam finden wir dann heraus, für welche Keywords Anzeigen Sinn machen und definieren eine Anzeigenstrategie. Dazu wäre ein Chatbot nach heutigem Stand keinesfalls in der Lage.

5. Wie kann man sich vor Abmahnungen im Online-Handel schützen?

Ein wichtiger Aspekt ist u.a. der datenschutzkonforme Einsatz von Tracking-Tools wie Google Analytics. Für unsere Kunden stellen wir sicher, dass der Datenschutzvertrag mit Google korrekt aufgesetzt ist und die notwendigen Nutzerhinweise an den richtigen Stellen auf der Homepage eingebunden sind. Denn jeder Webseitenbetreiber, der ein Analyse-Tool einsetzt, muss den Nutzern die Möglichkeit bieten, dem Sammeln von Daten zu widersprechen.

Diese Datenschutzerklärung sollte gesondert vom Impressum angezeigt werden und muss über alle Seiten zugänglich sein, also als eigenständiger Menüpunkt eingebunden werden. Zudem dürfen nur anonymisierte Nutzerdaten erhoben werden. Hierfür ist eine Erweiterung des Tracking-Codes notwendig, die das Ende der IP-Adresse abschneidet, sodass der User sich anonym auf der Seite bewegen kann.

Wie die datenschutzkonforme Einbindung von Google Analytics funktioniert, haben wir Schritt für Schritt in einem Blogbeitrag aufgeschlüsselt.


Das Interview wurde schriftlich mit Joachim Schröder, Geschäftsführer der Internetagentur TILL.DE, geführt. Über Joachim Schröder:

Joachim Schröder ist Geschäftsführer der Internetagentur TILL.DE

Das Bildmaterial wurde von TILL.DE zur Verfügung gestellt.