Redaktionsbeitrag

Interview mit inovoo zum Thema ERP 2018

Veröffentlicht am 13.11.2019

Matthias Weber im Gespräch mit Marc Drögsler, CTO bei der inovoo GmbH, zum Thema ERP 2018.

Interview mit Marc Drögsler, CTO bei der inovoo GmbH, zum Thema ERP 2018

Thema: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning)

Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Marc Drögsler: Bezogen auf den Anwendungsfall werden einfache Prozesse, wie Customer On-Boarding, Entscheidungsfindungen, z. B. Rechnung bezahlen (die einen Bestellbezug haben und Betrag kleiner „x“ ist), Fullfillment-Prozesse (wie „Willkommenspakete“ versenden) etc. in 2018 komplett von KI übernommen werden. Die Durchdringung des Marktes in Richtung KI aus ERP-Sicht wird dazu führen, dass Informationen schneller an den richtigen Stellen und in großem Umfang zur Verfügung stehen werden. Durch die damit verbundene breitere Datenbasis werden die Entscheidungen einfacher und trainierbarer werden, so dass in immer mehr, auch komplexeren Prozessen Entscheidungshilfen oder autonome Entscheidungen getroffen werden können.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps)

Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Marc Drögsler: Ja. Auch die zukünftige Arbeitsweise von Mitarbeitern wird sich verändern. Neue Arbeitsmodelle machen es notwendig, den Mitarbeitern jederzeit an unterschiedlichen Orten die Möglichkeit zu geben, mit dem Unternehmen zu kommunizieren und ihre entsprechenden Aufgaben wahrzunehmen. Unternehmenssoftware, die diese Anforderungen nicht erfüllen kann oder will, wird sich als nicht zukunftsfähig erweisen.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications)

Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

Marc Drögsler: Unternehmenssoftware, die nicht interaktiv ist und die Anforderungen an Kollaboration und Integration erfüllt, wird im Laufe der nächsten Jahre nicht mehr erfolgreich sein und vom Markt verschwinden.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0)

Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Marc Drögsler: Die Frage stellt sich so nicht. Unternehmenssoftware, die sich nicht vernetzen lässt, wird kurzfristig aus dem Markt gedrängt werden. Nur mit der Hilfe von Web-Services, lose gekoppelten Services und Cloud-native-Technologien werden die Mengen an Daten bewältigt werden können.

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO)

Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Marc Drgösler: Ja. Aus diesem Grund stehen die Hersteller vor zwei großen Herausforderungen: einerseits sichere, mobile, kollaborative Software anzubieten, die auf der anderen Seite sicher vor Hackerangriffen schützt. Hier wird eine Verlagerung des Betriebes in die Cloud die wichtigste Tendenz sein, da nur hier die Spezialisten einen sicheren Betrieb gewährleisten können. In-House-Installationen werden abnehmen, da hier die unterschiedlichsten Spezialisten nicht dauerhaft vorgehalten werden können.

Das Interview zu ERP 2018 wurde schriftlich mit Marc Drögsler, CTO bei der inovoo GmbH, geführt.

Über Marc Drögsler:

Marc Drögsler, Dipl.-Ing., ist seit 2007 als CTO bei der inovoo GmbH