Pressemitteilung

Interview mit Delta Barth zum Thema ERP 2018

Veröffentlicht am 08.12.2020

Matthias Weber im Gespräch mit Dipl.-Ing. (FH) Hans-Jürgen Bayerl, Head of Software Development DELTA BARTH Systemhaus GmbH, zum Thema ERP 2018.

Interview mit
Dipl.-Ing. (FH) Hans-Jürgen Bayerl, Head of Software Development DELTA BARTH Systemhaus GmbH,
zum Thema ERP 2018

Thema: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning) – Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Dank der rasanten Entwicklung im Bereich maschinelles Lernen und KI sind hier große Fortschritte zu erwarten. Kurzfristig werden sich in 2018 autonome Entscheidungen in der Unternehmenssoftware auf die automatisierte Ausführung einzelner Prozessschritte unter Beachtung eines klar definierten Regelwerks beschränken. Mittelfristig können durch automatisierte „erlernte“ Entscheidungsfindungen auf Grundlage einer aufbereiteten Datenbasis auch komplexe Prozesse automatisiert abgewickelt oder zur Entscheidung vorgelegt werden.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps) – Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Mobile Komponenten in ERP-Systemen sind heute bereits Stand der Technik. Allerdings sind dabei derzeit vorrangig Bereiche wie CRM, Controlling oder Rückmelde-Prozesse der Vorreiter, so auch in unserem ERP-System DELECO®. Weitere Bereiche werden zunehmend für mobile Anwendungen erschlossen – nicht zuletzt, um einer im Wandel befindlichen Arbeitswelt Rechnung zu tragen.Voraussetzung ist das reibungslose Funktionieren auf gängigen Endgeräten, angelehnt an einfache Bedienphilosophien, welche der Anwender aus Consumer-Apps kennt. Allerdings sehen wir mobile Apps gleichberechtigt mit schlanken Web-Oberflächen und klassischen, mächtigen Desktop-Frontends – je nach Einsatzgebiet haben diese ihre Daseinsberechtigung.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications) – Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

Sicher werden kollaborative Konzepte zukünftig in Unternehmenssoftware integriert sein – für 2018 scheint jedoch in erster Linie die Integration von CRM mit Social Media und die damit verbundene interaktive Kommunikation von Relevanz. Weiterführende Integrationen werden sich – speziell für unsere Zielgruppe Mittelstand – immer am Kundennutzen  orientieren. Denn grundsätzlich sollte der Gedanke sein: Nur weil etwas technisch möglich ist, heißt das noch nicht, dass der Anwender letztlich davon profitiert.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0) – Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Vernetzung sowie Integration von Unternehmenssoftware und unterschiedlichsten Datenquellen sind essentiell für die Lösung von den Herausforderungen, welche unter dem Schlagwort  „Industrie 4.0“ anstehen. Das ist zweifelsohne eine der spannendsten, aber auch aufwändigsten Hauptaufgaben in den nächsten Jahren für ERP-Entwickler. Leider erschwert ein dramatischer  Wildwuchs von Schnittstellen- und Protokollformaten sowie Plattformen den effizienten Zugriff auf diese Datenquellen. Standardisierungsbemühungen haben sich entweder nicht durchgesetzt, konkurrieren miteinander oder sind bis heute im Ansatz stecken geblieben. Hier sehen wir die größte Herausforderung für die nähere Zukunft.

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO) – Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Angriffe generell steigen wird – und damit sind natürlich auch die ERP-Systeme gefährdet. Die ERP-Lösung muss ins ganzheitliche IT-Sicherheitskonzept einer Firma eingebunden werden, wobei die Anforderungen der DSGVO zu berücksichtigen sind. Da für kleinere Unternehmen die Bereitstellung und Wartung  einer entsprechend sicheren Infrastruktur immer schwerer zu bewerkstelligen ist, kann eine Verlagerung in sichere Cloud-Umgebungen eine Lösung darstellen.  Aus heutiger Sicht sichere Verschlüsselungs- und Transaktionsverfahren wie Blockchain-Technologien werden im ERP-Bereich wohl erst mittel- bis langfristig zum Tragen kommen.


Das Interview zu ERP 2018 wurde schriftlich mit Dipl.-Ing. (FH) Hans-Jürgen Bayerl, Head of Software Development DELTA BARTH Systemhaus GmbH, geführt.

Dipl.-Ing. (FH) Hans-Jürgen Bayerl, Leiter Softwareentwicklung DELTA BARTH Systemhaus GmbH Bild: Jörg Riethausen
Dipl.-Ing. (FH) Hans-Jürgen Bayerl,
Leiter Softwareentwicklung DELTA BARTH Systemhaus GmbH
Bild: Jörg Riethausen