Pressemitteilung

Interview mit Cosmo Consult zu Enterprise Resource Planning 2018

Veröffentlicht am 06.12.2020

Matthias Weber im Gespräch mit Uwe Bergmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT AG, zum Thema Enterprise Resource Planning 2018.

Interview mit
Uwe Bergmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT AG,
zum Thema Enterprise Resource Planning 2018

Thema: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning) – Wie weit wird eine Enterprise Resource Planning Software 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Was es in jedem Fall geben wird, sind datenbasierte Entscheidungshilfen. Die Enterprise Resource Planning Software im Jahre 2018 analysiert dabei große Datenbestände und bereitet die Informationen entsprechend auf. Manager sind damit in der Lage, Entscheidungen schneller und sicherer zu treffen. Allerdings: Auch 2018 wird uns die Software noch keine Entscheidungen abnehmen. Die Technik wäre dazu zwar grundsätzlich in der Lage, doch wir Menschen müssen erst lernen, Künstlicher Intelligenz zu vertrauen. Zudem sind die meisten dieser Systeme eher außerhalb der ERP angesiedelt, nicht direkt in der Kernapplikation. Es besteht zwar ein Trend, Technologie wie Machine Learning direkt im ERP-System zu verankern, doch dieser wird sich erst in den kommenden Jahren verstärken. Künstliche Intelligenz bedeutet gleichzeitig eine stärkere Vernetzung mit der Cloud. Anders wären die enormen Datenmengen nicht zu verarbeiten. Hierfür muss nicht zwangsläufig die gesamte Geschäftslogik in die Cloud wandern, aber Teilbereiche in einem hybriden Umfeld.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps)

Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Mobilität ist kein Trend. Es ist ein Stück Realität. Der heute beliebteste Rechner passt in die Hosentasche. Eine ERP-Software muss das veränderte Nutzerverhalten aufgreifen, will sie ihre Existenz langfristig rechtfertigen. Von daher sind mobile Lösungen bei modernen Enterprise Resource Planning Softwares 2018 eine Selbstverständlichkeit. Kein Anwender sollte Drittlösungen benötigen, nur um mobil zu arbeiten. Eine Ausnahme sind allenfalls spezielle Einsatzbereiche wie etwa das Scannen von Codes oder die besonders hohen Sicherheitsanforderungen einiger Branchen. Bei den beiden ERP-Systemen Microsoft Dynamics 365 (AX) und Microsoft Dynamics NAV stehen beispielsweise alle Masken und Berichte grundsätzlich auch mobil zur Verfügung. Anwender können so frei bestimmen, wo Sie arbeiten und mit welchen Geräten sie es tun.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications) – Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

In vertikalen Märkten hängt Unternehmenserfolg vor allem davon ab, wie effizient Menschen zusammenarbeiten. Nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern entlang der gesamten Supply Chain. Von daher überrascht es nicht, dass Kollaborationstools wie Microsoft Teams, Groups, Yammer oder SharePoint auf großen Resonanz stoßen. Andererseits gehören die Werkzeuge nicht zur Kerntechnologie „ERP“. Das wäre kaum sinnvoll, denn mit ihrer einfachen Bedienung und dem hohen Komfort tragen sie entscheidend dazu bei, dass Menschen gemeinsam kreative Lösungen entwickeln – obwohl sie an unterschiedlichen Orten arbeiten. Kollaborations- und ERP-Systeme haben sich jedoch bereits stark angenähert.

Ausblick in die Zukunft:

So kann man beispielsweise direkt aus der Enterprise Resource Planning Software in 2018 auf Kalkulationen, Angebote oder Skizzen zugreifen, die zuvor in Teamwork und mit Kollaborationslösungen entstanden sind. Im postmodernen ERP-Zeitalter, in dem wir uns mittlerweile befinden, werden nicht mehr alle Anforderungen zwingend im ERP-Systems abgebildet. Stattdessen kommen die jeweils besten Lösungen zum Zuge. Dabei ist indes zu beachten, dass kein unbeherrschbarer Wildwuchs entsteht. Auf gemeinsamen Technologieplattformen wie zum Beispiel Microsoft Azure, gelingt das am besten.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0) – Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Dadurch, dass nicht mehr jede Funktion innerhalb einer Enterprise Resource Planning Software 2018 umgesetzt sein wird, wächst die Zahl der Anwendungen, mit der IT-Abteilungen konfrontiert werden – mobil, in der Cloud oder klassisch auf den Servern und Arbeitsplätzen im Unternehmen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner schätzt, dass in Zukunft 50 % der IT-Kosten für Integration und Schnittstellen aufgewendet werden. Die Herausforderung besteht darin, dieses vielfältige Ökosystem so zu orchestrieren, dass daraus eine effiziente Gesamtlösung entsteht.

Die gute Nachricht:

Die technische Entwicklung schreitet gerade in diesem Bereich rasant voran. Offene Schnittstellen und verlässliche Standards erleichtern die Integration einzelner Anwendungen. Allerdings hängt viel davon ab, welche Technologie im Unternehmen eingesetzt wird. Damit ändern sich die typischen Anforderungen bei ERP-Projekten. Entscheidend ist nicht mehr allein der Funktionsumfang, sondern ob ein ERP-System in der Lage ist, mit angrenzenden Anwendungen prozesstechnisch zu verschmelzen. Die Antwort lautet also: Eine zukunftssichere ERP-Software muss bereits heute in der Lage sein, sich in einem dynamischen Umfeld zu vernetzen.

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO) – Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Cybercrime ist zweifellos auf dem Vormarsch. Nach einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung KPMG ist jedes dritte Unternehmen davon betroffen. Die Schäden gehen in die Milliarden. ERP-System werden allerdings selten gezielt angegriffen. Vielmehr suchen Hacker nach Sicherheitslücken, die dann genutzt werden – und die können eben auch bei der Unternehmenssoftware verortet sein. Insofern spricht viel für eine allgemeine Gefährdungslage. Jede Schnittstelle, jeder Kontakt mit dem Internet, ist ein potenzielles Einfallstor. Angesichts der Komplexität moderner IT-Landschaften sind Risiken jedoch nicht immer einfach zu erkennen. Sicherheit ist eine permanente Herausforderung, die Ressourcen und Kapital bindet. Von daher kann es sinnvoll sein, geschäftskritische Bereiche in die Cloud zu verlagern – vorausgesetzt, die Daten werden in besonders geschützten Rechenzentren, wie etwa der Microsoft Deutschland Cloud, gespeichert.


Das Interview zu Enterprise Resource Planning Software 2018 wurde schriftlich mit Uwe Bergmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT AG, geführt.