Redaktionsbeitrag

Interview mit Mendix, zum Thema Low-Code-Funktionen in Unternehmenssoftware

Veröffentlicht am 21.03.2019

Matthias Weber im Gespräch mit Frederik Goergen, Sales Director DACH bei Mendix, zum Thema Low-Code-Funktionen in Unternehmenssoftware. Wir stellen Frederik Goergen 5 Fragen zu Low-Code-Funktionen. Lesen Sie hier seine Antworten:

5 Fragen an Mendix zum Thema Low-Code-Funktionen in Unternehmenssoftware

1. Welche Vorteile haben Low Code Funktionen für die Umsetzung von Geschäftsprozessen?

Eines der größten Probleme beim Entwickeln von Unternehmensanwendungen besteht darin, dass der Großteil der entwickelten Applikationen nicht den ursprünglichen Erwartungen entspricht. Grund dafür ist meist die mangelhafte Kommunikation zwischen Fachabteilungen und Entwicklern. Dies führt dazu, dass die Entwickler viel Nacharbeit leisten müssen. Ein Vorteil der Mendix Low-Code-Plattform ist die einfache, visuelle Entwicklung, mit der auch Nicht-Entwickler Unternehmensanwendungen erstellen bzw. kollaborativ und einfach in Entwicklungsprojekte eingebunden werden können. Durch Echtzeitfeedback sowie frühe und häufige Abstimmung während des Projektes werden Anwendungen nicht mehr am Ziel vorbei entwickelt, wodurch die Entwicklungskosten um bis zu 70% gesenkt und die Entwicklungszeiten bis zu zehnfach verkürzt werden können. Auch die Wiederverwendung von tausenden bereits bereitgestellten oder von unseren Kunden entwickelten App-Komponenten trägt stark dazu bei.

2. Welche Grenzen hat diese Art von Softwareentwicklung?

Nur weil es „Low-Code”-Entwicklung heißt, bedeutet es nicht, dass kein Code geschrieben werden kann oder muss. Eigene Komponenten können als Bausteine hinzuprogrammiert werden und im unternehmenseigenen App Store allen zur Verfügung gestellt werden.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete für Low-Code sind dabei die folgenden:

  • Interne Apps:
    Diese helfen, die Kernfunktionen eines Unternehmens wie beispielsweise HR, Vertrieb/Marketing, Field Service, Fertigung, Finanzberichterstattung und vieles mehr zu verbessern.
  • Kundenorientierte Apps:
    Die Lösungen können sehr anspruchsvoll sein, z.B. in den Bereichen Customer Experience, Sicherheit und mobile Funktionen. Komplette Kundenportale sind bereits rein auf der Basis von Mendix entwickelt worden.
  • Ersatz für ältere Apps:
    In vielen Unternehmen gibt es veraltete Anwendungen, sogenannte Legacy-Software. Beispiele sind hier Access oder Lotus Notes Applikationen. In einem Fall wurde sogar ein komplettes Logistik-Backendsystem durch Mendix auf Basis einer Microservices-Infrastruktur abgelöst. Mit Low-Code können diese Altsysteme effizient modernisiert und verbessert werden.

3. Können mit Low Code nur Prototypen entwickelt werden oder ist Low Code auch für den Produktiveinsatz geeignet?

Mit Low-Code-Plattformen können nicht nur Prototypen erstellt werden. Low-Code ist für die Entwicklung und Bereitstellung realer Unternehmensanwendungen konzipiert. Beispielsweise hat die niederländische Fluggesellschaft KLM mit der Low-Code-Plattform von Mendix eine IoT-Anwendung entwickelt, die die Echtzeit-Verfolgung des Wartungsequipments für Flugzeuge ermöglicht. Durch das Ausstatten des Equipments mit Sensoren sind die KLM-Mechaniker jederzeit darüber informiert, wo sich die verschiedenen Geräte befinden. So wird wertvolle Zeit eingespart und die Flugzeuge können schneller wieder in Betrieb genommen werden.

4. Was kann in Ihrer Software mit Low Code angepasst werden?

Unternehmensanwendungen können mit unserer Low-Code-Plattform von Grund auf erstellt werden. Dabei ist es prinzipiell egal, welche Art von Anwendung Sie für Ihr Unternehmen erstellen möchten. Das reicht von einfacheren Anwendungen wie der Erstellung einer Event-App über komplizierte Anwendungen, die beispielsweise mit GPS-Tracking, Fingerabdruckerkennung oder Gesichtserkennung funktionieren, bis hin zu komplexen Backendsystemen. Zurich Insurance hat beispielsweise in Großbritannien eine App gelauncht, mit der sich über ein Selfie automatisch ein Angebot für eine Lebensversicherung erstellen lässt. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

5. Welches Know How muss ein Anwenderunternehmen im Bereich Low Code aufbauen, um es nutzbringend einsetzen zu können?

Grundsätzlich sind keine Programmierkenntnisse erforderlich, um mit Low-Code Anwendungen zu erstellen. Dank der visuellen Oberfläche unserer Plattform, die einem WYSIWYG-Editor nicht ganz unähnlich ist, können auch Neulinge schnell zu ersten Ergebnissen kommen. Klar haben erfahrene Programmierer einen leichteren Zugang zu Low-Code – aber der Vorteil ist,  dass Entwickler und Fachleute für das Geschäft gemeinsam an Entwicklungsprojekten arbeiten können. Low-Code-Plattformen wie Mendix ermöglichen das Testen und die Vorschau der App während des Entwicklungsprozesses, sodass das gesamte Team frühzeitig und häufig Feedback geben kann. Dieser offene Dialog trägt dazu bei, technische und geschäftliche Anforderungen im Sinne eines schnellen Ergebnisses besser aufeinander abzustimmen.


Über Federik Goergen, Sales Director DACH

Frederik Goergen verantwortet als Sales Director DACH bei Mendix aktuell den Aufbau des Mendix-Geschäftes für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Laufe seiner Karriere war er im Vertrieb und im Vertriebsmanagement u.a. für Xerox, BMC Software, ServiceNow und AppDynamics tätig.

Über Mendix:

Die Siemens-Tochter Mendix ist einer der führenden Anbieter im stetig wachsenden IT-Sektor „Low-Code“. Das Low-Code-Konzept, ein noch recht junger Ansatz in der Softwareentwicklung, ermöglicht die bis zu 10-mal schnellere Erstellung von Apps und IoT-Anwendungen. Die Mendix-Plattform adressiert direkt den weltweiten Mangel an Softwareentwicklern und bezieht Business und IT von Anfang an und während des gesamten Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesses ein. Mehr als 4.000 innovative Unternehmen nutzen die Plattform von Mendix, um Geschäftsanwendungen zu schaffen, die ihre Kunden begeistern und die betriebliche Effizienz verbessern.