Redaktionsbeitrag

Interview mit der GUS Deutschland, zum Thema branchenspezifische Unternehmenssoftware

Veröffentlicht am 11.07.2018

Matthias Weber im Gespräch mit Dirk BinglerSprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH, zum Thema branchenspezifische Unternehmenssoftware.

5 Fragen an die GUS Deutschland zum Thema „brachenspezifische Unternehmenssoftware“

Auf unsere 5 Fragen zum Thema „brachenspezifische Unternehmenssoftware“ gibt uns Dirk Bingler, Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH, Antworten.

Frage 1: Welche Vorteile oder Nachteile haben Softwareprodukte, die speziell für eine Branche ausgelegt sind?

Branchenspezifische Lösungen haben den Vorteil, dass sie genau auf die Abläufe zugeschnitten sind, die für eine bestimmte Branche wesentlich sind. Auch die Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen und Regularien ist bei Branchenanwendungen üblicherweise bereits integriert. Die GUS-OS Suite haben wir beispielsweise speziell für Unternehmen der Prozessindustrie und Kontraktlogistik entwickelt. Bereits in der Standardversion stellt die ERP-Lösung mehr als 1.000 vorkonfigurierte Prozesse und Teilprozesse bereit, die sich ohne Programmierkenntnisse in wenigen Schritten einfach zu einem Gesamtprozess modellieren lassen.

Eine intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche ermöglicht es den Nutzern außerdem, sich individuell Arbeitsoberflächen und Dashboards zusammenzustellen, Regiezentren bieten visuelle Entscheidungshilfen.

Frage 2: Ist branchenspezifische Unternehmenssoftware grundsätzlich teurer als branchenneutrale Unternehmenssoftware?

Auf den ersten Blick sind branchenspezifische Lösungen bei den Lizenzen bzw. Nutzungsgebühren teurer als branchenneutrale ERP-Systeme. Betrachtet man jedoch das gesamte Einführungsprojekt, stimmt diese Rechnung nicht mehr. Denn in der Regel müssen die Unternehmen bei branchenspezifischen Lösungen weniger Anpassungen vornehmen, da diese bereits auf die speziellen Anforderungen der jeweiligen Sparte zugeschnitten sind. Das spart Zeit und Kosten.

Frage 3: Welche Branche(n) hat Ihr Unternehmen im Fokus und was sind die besonderen Herausforderungen an diese Branche für Ihre Software?

Die GUS-OS Suite ist auf Unternehmen der Prozessindustrie und Kontraktlogistik zugeschnitten. In erster Linie richten wir uns an die Branchen Pharma, Medizintechnik, Chemie, Kosmetik sowie Nahrungs- und Genussmittel. Charakteristisch für diese Brachen sind kurze Entwicklungszyklen, vielstufige Fertigungsverfahren, strenge Zertifizierungsanforderungen sowie häufig sehr hohe Ansprüche an das Qualitäts- und Umweltmanagement. Ebenfalls eine große Herausforderung für unsere Kunden sind häufig sehr restriktive gesetzliche und branchenbezogene Vorgaben und Regularien, die sich oft ändern und je nach Land unterscheiden.

Frage 4: Gibt es Vorteile oder Nachteile in der Alternative, eine (günstige / branchenneutrale) Standardlösung auf die eigenen Bedürfnisse zu individualisieren?

Wie bereits erwähnt, sind die Lizenzkosten für eine branchenneutrale Software sicherlich geringer. Dafür kann der Aufwand für die Anpassung einer horizontalen Lösung an die spezifischen Branchenanforderungen mitunter sehr aufwendig sein. Hilfreich ist es hier, einen externen Experten hinzuzuziehen, um genau zu prüfen, welche Alternative die bessere für das Unternehmen ist. Dabei spielen unter anderem auch die bereits vorhandenen IT-Systeme bzw. die Integration dieser Anwendungen in eine neue ERP-Lösung eine entscheidende Rolle.

Frage 5: Was sollten Interessenten für Unternehmenssoftware beachten, um die Brancheneignung einer Software zu verifizieren oder sich für eine Individuallösung zu entscheiden?

Unternehmen sollten vor allem prüfen, ob ein Anbieter die Branche „versteht“ und bereits Referenzen vorweisen kann. Oft ist es auch sinnvoll, direkt mit Anwendern zu sprechen, die bereits Erfahrungen mit der Software gesammelt haben. In vielen Branchen spielen zudem gesetzliche Vorgaben oder Zertifizierungen eine immer wichtigere Rolle. Eine Software sollte diese auf jeden Fall abbilden können.


Das Interview wurde schriftlich mit Dirk Bingler, Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH, geführt.

Beruflicher Werdegang: Dirk Bingler startete seine Karriere 1997 bei der Siemens AG, wo er IT-Management-Aufgaben in Deutschland und den USA übernahm. 2003 wechselte er zur Samhammer AG in Weiden. Als Vice President eBusiness baute Dirk Bingler erfolgreich das Geschäft für eine cloudbasierte After-Sales-Service-Suite auf, bevor er Anfang 2011 zur GUS Group wechselte. Er engagiert sich als Vorsitzender des Arbeitskreises ERP aktiv im BITKOM.
Derzeitige Position: Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH

Die GUS Group stellt mit der GUS-OS Suite eine ERP-Unternehmenslösung für die Prozessindustrie (Pharma, Medizintechnik, Chemie, Kosmetik, Food) sowie für die Logistik bereit. Seit ihrer Gründung im Jahr 1980 verfolgt die GUS mit dem Claim „Prozesse steuern. Flexibel und effizient.“ eine konsequente Prozessausrichtung entlang der Supply Chain. Die ganzheitlich integrierte GUS-OS Suite umfasst Lösungen für den gesamten Business Cycle – von Enterprise Resource Planning (ERP) über Lieferkettensteuerung (SCM), Pflege der Kundenbeziehungen (CRM), Qualitätsmanagement, Finance/Controlling und Business Intelligence bis hin zum Dokumentenmanagement einschließlich Archivierung. Weltweit arbeiten über 240 Mitarbeiter für die GUS Group, davon über 170 bei der GUS Deutschland GmbH an den Standorten Köln, Hamburg und München. Über Gesellschaften in der Schweiz und in Dänemark ist die GUS Group als Prozessspezialist in ganz Zentraleuropa vertreten.