Christophe Loetz hat der EAS-MAG-Redaktion unter Leitung von Matthias Weber ein Interview zum Thema softwaregestütztes Projektmanagement gegeben. Das Interview liefert spannende Einblicke in das Management von Projekten mit Hilfe von Software.

5 Fragen an Compex zum Thema softwaregestütztes Projektmanagement

1. Was halten Sie von Projektmanagement-Modellen wie PRINCE2, V-MODELL oder SCRUM?

Wir arbeiten seit 1984, also seit mehr als 30 Jahren, ausschließlich nach standardisierten Projektmanagement-Methoden und deren Modellen. Unsere Haltung dazu ist klar: Vorgehensmodelle bilden die methodische Grundlage für das erfolgreiche Abwickeln der typischerweise sehr komplex aufgestellten ERP-Projekte. Ohne eine methodische, logische und zeitliche Verknüpfung von Projektvorgängen und -phasen, ohne die systematische Definition von Meilensteinen, Rollenmodellen et cetera kann ein ERP-Projekt aus unserer Sicht nicht professionell umgesetzt werden. Wir bei Compex kombinieren dabei mehrere Modelle, einerseits aus dem klassischen und andererseits aus dem agilen Projektmanagement: das V-Modell XT, Scrum sowie PRINCE 2. Diese Zusammenstellung aus Standardbausteinen nennen wir „Best Enterprise Engineering“ (BEE). Bei der werksvertraglichen Makroplanung stützten wir uns auf das V-Modell XT, auf Scrum für die Mikroplanung und wiederum auf beides in der entsprechenden Planungsdetaillierung. PRINCE 2 nutzen wir darüber hinaus für den Organisationsrahmen unserer Projekte.

2. Warum sollte man für Projektmanagement entsprechend dafür entwickelte Software nutzen?

Wie bereits erwähnt ist jedes ERP-Projekt ungeachtet seiner Größe vielschichtig und somit fallen unzählige Aufgaben an, die es zeitlich, logisch und betriebswirtschaftlich zu koordinieren gilt. Es ist durchaus an der Tagesordnung, dass zu Projektbeginn plötzlich mehrere hundert oder gar tausend Aufgaben anstehen. Sinnvoll bewerkstelligen kann man eine solche Menge an Vorgängen eben nur softwaregestützt. Mit Hilfe von Projektmanagement-Software werden diese Aufgaben dort übersichtlich organisiert, wo der Mensch leicht den Überblick verlieren würde. Beispielsweise wenn Änderungen an Inhalten automatisiert an beteiligte Personen versandt oder Verzögerungen in einzelnen Prozessen detektiert werden.

3. Ab wann lohnt sich der Aufwand eine Projektmanagement-Software anzuschaffen?

Die Frage müsste anders lauten: Lässt sich heute überhaupt auch nur ein Teilprojekt eines ERP-Projekts ohne Softwareunterstützung in angemessener Qualität managen? Erfahrungsgemäß kann man hier klar mit nein antworten. Die richtige Projektmanagement-Software ist eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, eine klare Sicht auf die Prozesse zu behalten und sie zielorientiert steuern zu können. In unserem Haus gehen wir hier noch einen Schritt weiter und kombinieren ein eigens entwickeltes Projektmanagement-Softwaretool namens Business Engineering.

4. In wie weit benötigt Projektmanagement-Software UC-Funktionen für Kommunikation & Kollaboration?

Es ist eine zentrale Aufgabe einer Projektmanagement-Software, dass alle Projektbeteiligten aus einem Single Point of Truth schöpfen, also mit den identischen Informationen auf dem gleichen Informationsstand gehalten werden. Deshalb ist es unabdingbar, dass Projektmanagement-Software UCC-Funktionen besitzt. Kollaboration ist das A und O in einem Projekt und das fängt bei der „richtigen“ Kommunikation an. Bei Projekten in unserem Bereich gibt es typischerweise mehr als eine Gruppe von Beteiligten und die abgestimmte und transparente Kommunikation ist eines der wichtigsten Kriterien für den Projekterfolg.

5. In welchen Schritten oder mit welchem Modell würden Sie Projektmanagement-Software in einem Unternehmen einführen?

Die Einführung von Projektmanagement-Software ist je nach Umfang ein größeres oder kleineres Projekt. Wir bieten unseren Kunden – auch bei der Einführung der Projektmanagement-Software selbst – von der ersten Sekunde ab Softwareunterstützung an. Wir nutzen die Projektmanagement-Software im Initialprojekt zunächst in der Cloud. Der Kunde dann selbst entscheiden kann, ob er weiterhin die Vorteile der Cloud nutzen möchte oder eine Installation vor Ort, also on premise, vorzieht. Wichtig ist für uns, mit dem Kunden gemeinsam und detailliert seine Bedürfnisse abzuwägen und so eine auf das Unternehmen zugeschnittene Lösung zu finden. Ziel muss es immer sein, dass der Einstieg in die Projektmanagement-Software so reibungslos wie möglich abläuft. Vor allem auf lange Sicht einen relevanten Mehrwert für das Unternehmen mit sich bringt.

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Das Interview wurde schriftlich mit Christophe Loetz, Gründer der Compex Systemhaus GmbH, geführt.

Über Christophe Loetz:

Christophe Loetz, Gründer Compex Systemhaus GmbH
Nach dem Studienabschluss in Mathematik, Sportwissenschaften und Sport war der Stipendiat der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ Christophe Loetz zunächst einige Jahre als Gymnasiallehrer tätig sowie von 1982 bis 2003 an unterschiedlichen Universitäten in Deutschland, Frankreich, Belgien und der Schweiz als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent in Forschung und Lehre. Im Rahmen seiner universitären Tätigkeiten unterstützte Christophe Loetz mit mathematischen Methoden der Optimierung von 1982 bis 1987 die Deutsche Nationalmannschaft Schwimmen. 1984 gründete er die Compex Systemhaus GmbH, die sich europaweit als ganzheitlicher Softwareanbieter für Unternehmen verschiedener Handelsbranchen etabliert hat. Seine Interessensschwerpunkte liegen unter anderem im mathematischen Bereich der ganzzahligen Optimierung sowie betriebswirtschaftlich in der Organisationsoptimierung.

Über Compex Systemhaus:

Compex Systemhaus GmbH ist ein Softwareanbieter, der seit über 30 Jahren sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene am Markt tätig ist. Einerseits ist Compex ein etablierter Anbieter von Softwarelösungen für Handel und Logistik, andererseits ein Vorreiter im Eclipse/Java Umfeld mit der Open-Standard-Business-Plattform, einer Softwarefabrik zur modellgestützten Erzeugung von Business-Apps.