Watson, wir haben (k)ein Problem

Die Watson-Technologie von IBM ins richtige Licht rücken.

Watson, wir haben (k)ein Problem

Große Konzerne, Start-ups und Kooperationen investieren gerne in Künstliche Intelligenz (KI): 2016 flossen zwischen 26 und 39 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung kognitiver Systeme und Roboter, so eine Studie (McKinsey-Global-Institute-Studie: „Artificial Intelligence: The Next Digital Frontier?”, 2017; https://www.mckinsey.de/files/170620_studie_ai.pdf). In der jüngeren medialen Berichterstattung zur ‚KI‘ von IBM ist Watson aber ein wenig in Misskredit geraten. Einige großen Projekte etwa mit Versicherungskonzernen erbrachten bisher nicht die gewünschten Ergebnisse (Matthias Kamp, Michael Kroker und Sven Prange auf golem.de: „IBMs Supercomputer stellt sich dumm an“; https://www.golem.de/news/watson-ibms-supercomputer-stellt-sich-dumm-an-1709-130126.html). Ein oft geäußerter Vorwurf dabei lautet, dass durch die offensive Medienkampagne von IBM zu Watson Erwartungen geweckt wurden, die die Technologie nicht bzw. noch nicht erfüllen kann.

Ursula Flade-Ruf, Geschäftsführerin der Management Informations Partner GmbH:

„Dieser Vorwurf zeigt jedoch auch ein großes Missverständnis in der öffentlichen wie geschäftlichen Wahrnehmung, in der Watson immer wieder als die den Menschen verstehende ‚Maschine‘ personifiziert wird.“

Doch was ist denn ‚Watson‘ eigentlich genau?

Markus Ruf, Geschäftsführer und Big-Data-Experte bei der mip GmbH:

„Diese Reduktion auf Watson als einzelne Maschine hat in der Vergangenheit sicher für die ein oder andere Verwirrung gesorgt. Er ist aber weder ein einzelner Superrechner, noch eine irgendwie geartete individuelle KI. Vielmehr ist Watson eine Plattform verschiedenster Services und Verfahren, die auf derselben Technologie basieren. Es handelt sich bei Watson nicht um ein Produkt, sondern um viele Einzelprodukte. Auch sind diese meistens auf mehreren Rechnern installiert – von einer ‚Maschine‘ oder einem ‚Watson‘ kann also keine Rede sein.“

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