Artikel: Steuerberatung im E-Commerce-Business – Rahmenbedingungen und Herausforderungen für Startups und Wachstumsunternehmen von Tobias Sick

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Die Umsatzsteuer

Besonders für Startups ist die Umsatzsteuer extrem wichtig und gleichzeitig birgt diese auch existenzielle Risiken. Schon zu Beginn muss im steuerlichen Erfassungsbogen entschieden werden, ob man von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchte oder nicht. Der Hintergrund für diese Regelung ist, den bürokratischen Aufwand am Anfang möglichst gering zu halten.

Grundvoraussetzungen sind folgende Punkte:

  • Im Jahr der Gründung dürfen nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz erwirtschaftet werden.
  • Im Vorjahr dürfen nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz erwirtschaftet worden sein.
  • Der Umsatz im Folgejahr darf voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreiten.

Alle genannten Beträge sind Bruttowerte, das heißt alles was der Kunde als Entgelt aufwendet (also inklusive etwaiger Umsatzsteuer). Also Vorsicht bei der Kalkulation.

Regelbesteuerung oder Kleinunternehmerregelung?

Eine gar nicht leicht zu beantwortende Frage. Die Antwort hängt vom individuellen Business ab. In Fällen, in denen hohe Investitionskosten oder hohe Lieferantenkosten auf die Gründer zukommen, kann es Sinn machen, die umsatzsteuerliche Regelbesteuerung (verpflichtend für die nächsten 5 Jahre) zu wählen. Sofern die enthaltene Vorsteuer aus Investitionen höher ist als die Umsatzsteuer aus Verkäufen, wird der übersteigende Betrag vom Finanzamt wenige Tage nach Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung erstattet – das Unternehmen hat hierdurch somit einen Liquiditäts- und Finanzierungsvorteil.

Wenn man sich für die Kleinunternehmerregelung entscheidet, muss Folgendes beachtet werden:

Es ist keine Umsatzsteuer beim Kunden auszuweisen und an das Finanzamt abzuführen. Das senkt den bürokratischen Aufwand und man ist konkurrenzfähiger am Markt, insbesondere wenn man seine Leistungen überwiegend an Privatpersonen erbringt und selbst nur überschaubare Eingangsleistungen bezieht. Allerdings muss der Zusatz „im ausgewiesenen Betrag ist gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer enthalten“ in jeder Rechnung angeführt sein. Es kann bei Anwendung der Vorschrift umgekehrt natürlich keine Vorsteuer beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Professionelle Steuerberatung unabdingbar

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, da gerade im E-Commerce-Bereich alles sehr schnell und dynamisch von statten gehen kann und sich auch der Gesetzgeber, die Finanzverwaltung und Rechtsprechung dynamischer verhält als in anderen Bereichen des Steuerrechts. Eine Empfehlung, die gestern noch richtig war, kann kurze Zeit später schon wieder falsch sein. Eine Steuerberatungskanzlei, die Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet, ist Ihnen daher sehr ans Herz zu legen. Achten Sie darauf, dass die Kanzlei bereits fundierte Erfahrungen mit Unternehmen aus dem digitalen Bereich vorweisen kann. Gerne stehend wir von HWS als „Startup-Steuermann“ mit unserer Expertise hierbei unterstützend zur Verfügung. Viel Erfolg beim Entwickeln Ihres Business!


Autor: Tobias Sick, Startup-Steuerspezialist, Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und Partner bei H/W/S

„Startup-Steuermann“ Tobias Sick ist Startup-Steuerspezialist, Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und Partner bei H/W/S, einer renommierten mittelständischen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mit Hauptsitz in Stuttgart sowie ehrenamtlich Finanzvorstand des Start-up Stuttgart e.V. und Mitglied im Mentoren-Netzwerk von First Momentum Ventures.

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