Pressemitteilung

Interview mit godesys zum Thema ERP 2018

Veröffentlicht am 07.11.2018

Matthias Weber im Gespräch mit Godelef Kühl, Geschäftsführer bei godesys, zum Thema ERP 2018.

Interview mit Godelef Kühl, Geschäftsführer bei godesys, zum Thema ERP 2018

Thema 1: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning)

Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

ERP-Anwendungen, die auf Basis von künstlicher Intelligenz funktionieren, sind bei mittelständischen Unternehmen aktuell noch nicht sehr gefragt. Bei unseren Kunden besteht aktuell nur im Bereich der Warenbeschaffung Bedarf an derartigen Lösungen: So können Kunden von godesys beispielsweise automatisierte Dispositionsverfahren verwenden, die anhand von Stochastik-Trends zukünftige Absätze ausmachen und Bestellungen daran ausrichten können. Hierfür bietet godesys umfassende Verwaltungstools an, mit denen Anwender selbstständig große Datenmengen speichern, auswerten und analysieren können. Algorithmen lassen sich wiederum eigenständig über das godesys Open Business Framework erstellen. Doch Künstliche Intelligenz und ihre Bedeutung für die Geschäftssoftware dürfen nicht klein geredet und müssen kontinuierlich verfolgt werden. Intelligente Cloud-Technologien oder On-Demand-Analysen sind bereits heute mehr als nur ein diskutierter Hype. Es ist ein Paradigmenwechsel feststellbar. KI-getriebene Funktionen sind die Antwort auf die Menge an Daten, die täglich in CRM-Vorgänge gepumpt werden. Vertrieb und Service können sich nur auf die Infos fokussieren, die sie im Moment benötigen.

Thema 2: Mobil-First Unternehmenssoftware (Cloud, webbasierte Software, Apps)

Sollten Softwarehersteller bei Unternehmenssoftware auch die Devise mobil-first haben?

Um die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters bestmöglich in ihre Geschäftsstrategie einfließen zu lassen, sollten Unternehmen ihren Fokus verstärkt auf das Thema Mobilität legen. Anwender sollten daher sowohl unterwegs als auch im Büro eine agile Softwareunterstützung erhalten, um Kunden optimal ansprechen und binden zu können. Die Weiterentwicklung der godesys-Lösung punktet diesbezüglich mit nativen Apps für iOS und Android, die die mobilen Funktionen des ERP-Systems deutlich erweitern. Mobile und stationäre ERP-Nutzung geht allerdings Hand in Hand. Auch künftig wird Geschäftssoftware noch am Rechner aufgerufen werden, nicht alleinig auf dem Handy.

Thema 3: Kollaborative Unternehmenssoftware (Virtual Reality, Chatbots, Unified Communications)

Wird Unternehmenssoftware bereits 2018 interaktiver oder braucht es dafür weiterhin separate Tools?

Virtual Reality wird die Möglichkeiten des Einkaufens erweitern. Es gibt technikaffine Kunden, die gerne auf VR setzen werden. Zugleich gibt es aber auch eher traditionelle Kunden, die der neuen Technik zunächst mit Skepsis begegnen werden. Jeder Kunde sollte da abgeholt werden, wo er oder sie sich befindet. Darum ist eine flexible Geschäftssoftware so wichtig: Der Anwender muss die Möglichkeit haben, Erweiterungen und Anpassungen wie beispielsweise in Sachen VR, einfach und schnell in die Tat umzusetzen. Auch Chatbots lassen sich problemlos in das godesys ERP einbinden, da dies im Front-End geschieht. Im Back-End nutzen einzelne godesys Kunden bereits „Pick by voice“-Anwendungen in der Kommissionierung. Das ist aktuell aber noch kein relevanter Wachstumsmarkt für uns. Um auf die Frage zurückzukommen: Ja, Geschäftssoftware wird zweifelsohne immer interaktiver werden. Das wird aber nicht von einem Tag auf den anderen geschehen. Stattdessen gilt es, auf eine Lösung zu setzen, die flexibel genug ist, um an neue Anforderungen angepasst werden zu können. Hier ist ein System sinnvoll, das die jeweiligen Geschäftserfordernisse abbildet und künftige zusätzliche Features unterstützen kann.

Thema 4: Vernetzte Unternehmenssoftware (IoT, API, Industrie 4.0

Wie stark wird sich Unternehmenssoftware kurzfristig vernetzen lassen, um die künftigen Datenmengen aus IoT & Co. zu bewältigen?

Als offene Business-Plattform lassen sich über godesys ERP bereits heute IoT-Daten eigenständig verarbeiten. Mittels des separaten Device Gateway im godesys Open Business Framework können Anwender den Austausch von Daten standardisieren und strukturieren. Im Anschluss können empfangene Daten nach festgelegten Business-Regeln verarbeitet und über die Prozess-Engine zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin lassen sich Daten auch als Event oder „in Planung“ markieren und weiterverarbeiten. Somit können im ERP vollautomatische Prozessabläufe und M2M-Kommunikation stattfinden. Eine echte Automatisierung ermöglicht auch die Bearbeitung von Regeln mittels der Prozess-Engine in Verbindung mit Drittanwendern. Der Grundgedanke, Geschäftsprozesse in einer zentralen Plattform zu steuern und jederzeit einen Gesamtüberblick über alle Aktivitäten des Unternehmens zu erhalten, ist hierbei aktueller denn je. Als zentrale Steuerungsebene dient hierbei das ERP. Moderne ERP-Software muss alle Antworten in Echtzeit geben können, damit die Vision eines „single point of truth“ intakt bleibt. Anstatt für jede Aufgabenstellung eigene Lösungen entwickeln zu wollen und das Informationsmonopol stur zu verteidigen, empfiehlt sich deshalb das Öffnen der ERP-Software für Drittanwendungen. Schnittstellen und Datenintegration sind zentrale Aufgaben, denen sich ERP-Anbieter aktuell vermehrt stellen müssen. Moderne ERP-Software integriert immer mehr Business Intelligence-Funktionen. Immer mehr Rechenfunktionen und Analysevorgänge werden on demand im Hauptspeicher ausgeführt. Und die Benutzeroberflächen werden intuitiver. ERP-Software lernt also gerade den Umgang mit exponentiellem Datenwachstum und wie der Anwender optimal unterstützt werden kann, aus geschäftskritischen Informationen verwertbares Wissen zu gewinnen.

Thema 5: Hacker-sichere Unternehmenssoftware (Blockchain, DSGVO)

Werden 2018 die Hackerangriffe auf ERP-Systeme steigen?

Hackerangriffe nehmen seit Jahren kontinuierlich zu. Gleichzeitig erkennen aber auch immer mehr Unternehmen, dass sie ihre Daten und die vertraulichen Informationen ihrer Kunden umfassender und besser absichern müssen. Oft ist das Thema Sicherheit die größte Sorge zukünftiger ERP-Käufer. Kein Wunder, wenn man bedenkt, welche Informationen in einem ERP System gespeichert werden, einschließlich der Finanzen, Geschäftsgeheimnisse, Mitarbeiterdaten, Kundenlisten und vielem mehr. Viele Bedenken betreffen diesbezüglich ERP aus der Cloud. Dabei müssen Cloud-Anbieter, wenn es um Datensicherheit geht, strenge Sicherheitsstandards erfüllen. Oft sind diese sogar höher als im eigenen Unternehmen. Wer sein Gewissen beruhigen möchte, kann bei der ERP-Auswahl beispielsweise eine Sicherheitsprüfung durch einen unabhängigen Dritten veranlassen. Gerade bei kleineren und weniger bekannten Anbietern kann das oft hilfreich sein.


Das Interview wurde schriftlich mit Godelef Kühl, Vorstand, godesys AG, geführt.

Über Godelef Kühl:

Godelef Kühl Vorstand, godesys AG
Godelef Kühl, Vorstand, godesys AG