Redaktionsbeitrag

Interview mit Godelef Kühl von godesys zum Thema Digitalisierung und Innovation auf der CEBIT 2018

Veröffentlicht am 11.09.2018

Matthias Weber im Gespräch mit Godelef Kühl, Vorstand der godesys AG, zum Thema Digitalisierung und Innovation auf der CEBIT 2018

Auf unsere 5 Fragen zum Thema Digitalisierung und Innovation auf der CEBIT 2018 gibt uns Godelef Kühl, Vorstand der godesys, Antworten.

5 Fragen an godesys zum Thema Digitalisierung und Innovation auf der CEBIT 2018

1. Die CEBIT 2018 hat sich zu einem Business-Festival für Digitalisierung und Innovation gewandelt. Wie war Ihr Eindruck?

Ich habe bereits 2016 in unserem Unternehmens-Blog einen Beitrag zur damaligen CEBIT veröffentlicht, der leider – bis auf meine launischen Bemerkungen zum Hannoveraner Wetter – uneingeschränkt Gültigkeit hat. Welche Zielgruppe will die Messe eigentlich erreichen? Natürlich kann ich eine Veranstaltung für Blogger und Influencer gründen, angesagte Erfrischungsgetränke anbieten und von autonomen Flug-Taxen schwärmen. Aber dann sollte man die Kosten dafür nicht den Anbietern von Enterprise-IT auferlegen und denen erzählen, dass sie jetzt ihre Zielgruppe besser erreichen. Das macht mich echt sauer. Wir blicken auf abermals halbierte Besucherzahlen. Das Schlimme ist: Noch immer funktioniert die CEBIT, wenn auch nur noch als Regionalveranstaltung. Wir brauchen aber eigentlich eine Leitmesse in und für IT-Technologie in Deutschland. Messen sollten eigentlich Orientierung schaffen. Hier sehe ich im Fall der CEBIT ein krasses Defizit.

2. Sie selbst wollen mit Ihrer Kampagne #digitalnormal die digitale Normalität für den deutschen Mittelstand ergründen. Decken sich Ihre bisherigen Erkenntnisse mit dem Fokus der CEBIT?

Die Digitalisierung verändert den Geschäftsalltag zahlreicher Branchen nachhaltig. Unsere Kampagne #digitalnormal liefert anhand praktischer Beispiele Anregungen, wie Mittelständler ihre Geschäfte digital transformieren können und informiert auch über die Herausforderungen im Change Management. Das geschieht unter anderem, indem wir uns als Mittelständler auf unserem Weg auch gemeinsam über Pleiten, Pech und Pannen austauschen. Riesenrad, Food Trucks und ganz viel Holunder-Limo ergeben also ein neues Konzept für eine Digitalmesse? Sorry, aber in den guten, alten Zeiten haben wir tagsüber Geschäfte gemacht und erst abends auf den Messe-Partys gefeiert. Das fand ich effektiver. Und glauben Sie mir: Das sieht die Mehrheit mittelständischer Entscheider genauso.

3. Sie selbst sehen vier Themenblöcke in der Digitalisierung. Welche sind das?

Eine der Plattitüden zur Digitalisierung lautet, dass man sie vom Kunden her denken muss.

Daraus ergeben sich die Themen

  • Prozessexzellenz
  • mobiles Arbeiten
  • Omnichannel-Strukturen und
  • Informationsmanagement

Denn erfolgreiche Digitalisierung muss mögliche Chancen und Marktpotenziale nutzen. Also punkten Unternehmen mit konsequent digitalen Angeboten wie zum Beispiel Online-Shopping oder eben On-Demand-Fähigkeiten, wie sie mit mobilen Applikationen bereitgestellt werden können. Omnichannel wird immer als Schlagwort belächelt, aber der Kunde unterscheidet nicht die Kanäle, die er nutzt. Er will seine Entscheidungen treffen und erwartet einheitliche Informationen. Sonst geht man eben zum Wettbewerb. Hier hilft eine fundierte Analyse der digitalen Wettbewerber, um die Potenziale zu erkennen, die der Markt und die Kunden dem eigenen Unternehmen bieten.

4. Lassen Sie uns einen Themenblock der Digitalisierung näher betrachten: Was ist Business Process Management und was ändert sich dadurch im Vergleich zu traditionellen Ansätzen?

Unter Business Process Management, kurz BPM, ist das Geschäftsprozessmanagement zu verstehen. Einfach gesagt geht es darum, Unternehmensprozesse zu erkennen, zu steuern und zu optimieren. Hier kommen moderne Managementsoftware-Lösungen zum Einsatz, die die tatsächlichen Prozesse sowohl gestalten als auch für Mitarbeiter verständlich visualisieren. Weiterhin lassen sich mithilfe von BPM die einzelnen Prozesse steuern und überwachen. Diese verschiedenen Ebenen werden heutzutage üblicherweise in einer ERP-Software integriert und umfassend abgebildet, um das automatisierte Abarbeiten eines Geschäftsprozesses zu ermöglichen. Im Unterschied zu traditionellen Ansätzen können Anwender mithilfe von BPM ihre Prozesse eigenverantwortlich, zielgerichtet und agil steuern.

5. Was sind die nächsten Schritte von godesys, um den Mittelstand in die digitale Normalität zu führen?

Mit unserer Kampagne #digitalnormal möchten wir mittelständischen Unternehmen dabei helfen, den Weg in die digitale Normalität erfolgreich zu beschreiten. Damit dies gelingt, sollten folgende vier Schritte beachtet werden: Unternehmen müssen ihre eigene Digitalstrategie aufstellen und darin definieren, was die wichtigsten Ziele sind und wie diese erreicht werden können. Erst danach gilt es, die IT auf den Prüfstand zu stellen. Wenn IT und Geschäftsstrategie eine Einheit bilden, sollten im nächsten Schritt Unternehmensausrichtung und -ziele transparent und kontinuierlich an die Mitarbeiter herangetragen werden. Denn das Digitalisierungsvorhaben kann nur funktionieren, wenn alle Mitglieder im Firmengetriebe den digitalen Wandel mittragen.

Hierzu gehört auch ein umfassendes Angebot an Schulungen, damit die Mitarbeiter persönlich erfahren, welche Vorteile das Digitalisierungsprojekt mit sich bringt. Um die verschiedenen Schritte auf dem Weg zum Ziel möglichst im Auge zu behalten, sind Projektverantwortliche gut beraten, immer wieder Teiletappen festzulegen und Abschnitte zu priorisieren. Zu guter Letzt sollten sich Firmenlenker und Mitarbeiter stets daran erinnern, warum der digitale Wandel sie voranbringt und zwischendurch immer wieder kleine Erfolge feiern. Damit die Digitalisierungsstrategie umfassend und effizient umgesetzt werden kann, ist es oftmals hilfreich, auf einen kompetenten und erfahrenen Digitalisierungspartner zu setzen, mit dem sich die digitalen Herausforderungen erfolgreich stemmen lassen.