Pressemitteilung

ERP-Interview mit godesys: ERP der Zukunft

Veröffentlicht am 04.09.2018

Die Redaktion, unter der Leitung von Matthias Weber, hat mit Godelef Kühl  von godesys ein Interview zum Thema „ERP der Zukunft“ durchgeführt. Das ERP-Interview liefert spannende Einblicke in zukünftiger Softwaregenerationen.

5 Fragen an godesys zum Thema ERP der Zukunft

Auf unsere 5 Fragen zum Thema ERP der Zukunft gibt uns Godelef Kühl  von godesys Antworten.

Godelef Kühl: Innovation ist ein wesentlicher Treiber unseres Geschäfts. Es gilt, stets auf aktuelle Trends und Kundenwünsche zu reagieren, aber dennoch gehen die Anforderungen der Digitalisierung tiefer. Wer auf der Gewinnerseite stehen will, muss sein Geschäftsmodell digitalisieren bevor das Geschäftsmodell des Wettbewerbs an einem vorbeizieht. Für ERP-Hersteller heißt das, dass sie sich als Plattform für das Geschäftsprozess-Management etablieren müssen. Einige konkrete Herausforderungen: Themen wie Robotik und künstliche Intelligenz werden immer wichtiger. Gutes ERP wird in diesem Zusammenhang unsichtbar: Die Prozesse laufen automatisch, und mit dem Internet of Things etabliert sich immer stärker eine Maschine-zu-Maschine Kommunikation. Ein weiteres Thema ist Cloud 2.0: Hier investiert godesys in den Aufbau eigener Cloud-Leistungen. Denn je mehr digitale Dienste Anwender nutzen, desto wichtiger werden die Aspekte Integration und Automatisierung.

Frage 2: Wie weit ist Ihre Software in Bezug auf alternative Eingabemöglichkeiten wie zum Beispiel Sprache?

Godelef Kühl: Wir richten uns immer zuallererst nach den Anforderungen unserer Kunden. Chatbots werden den traditionellen Verkäufer und die herkömmlichen Eingabemöglichkeiten sicher nicht gänzlich verdrängen. Allerdings können sie aufgrund wachsender Rechenleistung immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen und daher auch intelligente Dialoge für den Nutzer bieten. Wer Cortana, Siri, Hello Google oder Watson genauer betrachtet, weiß, dass Systeme wie diese bald echte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine etablieren könnten. Ist die Zeit reif, wird es schnell gehen. Daher beobachten wir diese Entwicklung sehr genau und sind gut vorbereitet. Denn fest steht: digitale Disruption ist planbar. Unternehmen, die ein flexibles ERP wie godesys ERP nutzen, sind bestens aufgestellt. Die vergangenen Jahre waren den Front-End-Systemen gewidmet. Digitalisierung geht aber weit über Front-End hinaus. Integration und Vernetzung finden vielmehr im Back-End statt. Und wer seine Kunden wirklich in den Mittelpunkt stellt – was godesys sich auf die Fahne schreibt – braucht eine kaufmännisch sinnvolle Datenaggregation, um wirkliche Mehrwerte anbieten zu können. Prozessautomatisierung geht am besten mit dem guten altbekannten ERP. Die Einbindung von Chatbots ist dabei kein Problem, dies findet im Front-End statt. Im Back-End nutzen einzelne godesys Kunden „Pick by voice“-Anwendungen in der Kommissionierung. Beides ist aktuell aber kein relevanter Wachstumsmarkt für uns.

Frage 3: Kann Ihre Software bereits alternative Ausgabemöglichkeiten wie Chatbots oder Sprache?

Godelef Kühl: „Conversational Commerce“ ist derzeit eher ein Forschungsthema, als dass es im betrieblichen ERP-Alltag Einzug hält. Unserer Auffassung nach liegt das an der beschriebenen Fokussierung auf das Front-End. Allerdings liefert das ERP wesentliche Daten, die solchen Anwendungen zum Durchbruch verhelfen können. Gute Chatbots sind in der Lage, das Kundenverhalten vorherzusagen und somit Kaufdialoge in die richtige Richtung zu steuern. Dazu braucht es jedoch die Abverkaufsdaten aus dem ERP sowie die Datenspeicherung aus der Business Intelligence-Anwendung. Es ist zudem zu befürchten, dass insbesondere im B2C-Bereich Plattformen wie Siri oder Alexa das Rennen machen werden und somit das ERP zukünftig lediglich die Rolle des Integrators übernimmt. Hier kommt es auf die First Mover in den jeweiligen Marktsegmenten an. Wir können als Technologielieferant lediglich dafür werben, diese neuen Techniken rechtzeitig zu nutzen. 

Frage 4: Welche Pläne haben Sie mit Ihrer Software in Bezug auf sensorische Daten (IoT)?

Godelef Kühl: godesys ERP ist eine offene Business-Plattform, auf der bereits heute IoT-Daten eigenständig verarbeitet werden können. Das godesys open business framework verfügt über ein eigenes Device Gateway, durch das sich der Austausch von Daten standardisieren und strukturieren lässt. Die empfangenen Daten können dann nach festgelegten Business-Regeln verarbeitet und über die Prozess-Engine den ERP-Anwendungen zur Verfügung gestellt werden. Daten können als Event oder auch „gescheduled“ weiterverarbeitet werden, sodass im ERP vollautomatische Prozessabläufe und M2M-Kommunikation stattfinden können. In Verbindung mit Drittanwendungen kann die Prozess-Engine zudem Regeln erledigen. Auf diese Weise ist es möglich, eine echte Automatisierung zu erreichen.

Frage 5: Wird Ihre Software in Zukunft auch selbstständige Entscheidungen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) treffen können?

Godelef Kühl: Anwendungen, die künstliche Intelligenz nutzen, setzen sich nur sehr verhalten bei den mittelständischen ERP-Anwendern durch. Am weitesten fortgeschritten ist aktuell die Durchdringung im Bereich der Warenbeschaffung. godesys ERP-Anwender können beispielsweise automatisierte Dispositionsverfahren nutzen, die mithilfe von Stochastik-Trends zukünftige Absätze erkennen und Bestellungen daran ausrichten.

godesys stellt seinen Anwendern umfassende Verwaltungstools zur Verfügung, mit deren Hilfe sie eigenständig große Datenmengen speichern, auswerten und analysieren können. Zudem können die Anwender unter Nutzung des godesys open business framework eigenständig Algorithmen erstellen, verändern und nutzen.


Das Interview wurde schriftlich mit Godelef Kühl  von godesys geführt. Über Godelef Kühl:

Godelef Kühl Vorstand, godesys AG
Godelef Kühl Vorstand, godesys AG

Godelef Kühl, Jahrgang 1967, ist als Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär für die Geschäfte der godesys AG mit Sitz in Mainz verantwortlich. Gegründet hat Kühl godesys 1992 als GmbH; die Umwandlung in eine AG erfolgte Anfang 2004.
Der gelernte DV-Kaufmann Kühl, der sein Unternehmen mit 24 Jahren gründete, indem er noch als Auszubildender seinen Lehrbetrieb übernahm, verbindet entwicklungstechnisches Know-how mit langjähriger kaufmännischer Erfahrung. Sein fundiertes Wissen um die besonderen Anforderungen mittelständischer Unternehmen an betriebswirt­schaftliche Software gepaart mit seiner tiefen Branchenkenntnis aus Industrie und Handel machen Kühl zum ERP-Experten schlechthin. Seine Erfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung der Produkte ein, die damit einen hohen Praxisbezug gewährleisten.
Die Branche hat Kühl als Querdenker kennengelernt, der die kontroverse Diskussion ebenso liebt wie das Hinterfragen offenbar eingängiger Statements und Thesen, der den steten Unkenrufen von Marktkonsolidierung nachhaltig trotzt, dessen scharfer Verstand so manchen Kontrahenten entwaffnet und der in dem Bestreben, Software-Lösungen haben zu wollen „wie die anderen“ im Höchstfall den Weg in die Mittelmäßigkeit sieht.
Für Kühl ist die unternehmerische Unabhängigkeit und damit seine Flexibilität wichtig. Die solide Eigenkapitalbasis und die vollständige Unabhängigkeit von Banken und Kapitalgebern prägen seinen unternehmerischen Weg. Investitionen werden seit Beginn an aus dem laufenden Cash Flow erwirtschaftet, Aufträge müssen sich rechnen und verpflichten das Unternehmen. Kühl versteht sich als verantwortungs-voller Unternehmer mit Bodenhaftung und als Pragmatiker, der für seine Kunden die Chancen neuer Technologien nutzt, ohne dabei das betriebswirtschaftliche Augenmaß zu verlieren. Sein Credo: „Gute Lösungen entstehen, wenn beide Parteien ihren Benefit finden. Spaß darf übrigens auch dabei sein.“

Das Bildmaterial wurde von godesys zur Verfügung gestellt.