ERP 2018, ein Rückblick in die Interviews – Fokus: Intelligente und Autonome Unternehmenssoftware (KI, Maschine Learning)

Der Blick in die Glaskugel ist für eine Wahrsagerin ein festes Ritual. Ähnlich ist es mit unserem Versuch, die ERP-Trends für das Jahr 2018 vorherzusagen. Wir haben uns zum einen die Frage gestellt, was ERP-Hersteller umtreibt. Dazu gab es eine Interview-Reihe mit bekannten Softwarehäusern.

Wir hatten an unsere Interview-Partner folgende Frage gestellt:

Wie weit wird eine Unternehmenssoftware im Jahr 2018 intelligente und autonome Entscheidungen treffen können?

Seit der Nutzung von EDV (elektronischer Datenverarbeitung) in Unternehmen wird der Computer zum digitalen Mitarbeiter. Zu Anfang haben einfache Programme nur Hilfsarbeiten übernommen, beispielsweise die Speicherung von Kunden- und Auftragsdaten. Mit der Weiterentwicklung von rudimentärer Software zu professioneller Unternehmenssoftware (EAS) wird aus dem digitalen Hilfsarbeiter langsam aber sicher ein vollwertiger Mitarbeiter, der intelligente und autonome Entscheidungen trifft. Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und Maschine Learning helfen diesem digitalen Helfer seine Kompetenzen zu verbessern und befördern Ihn zum festen Angestellten der Zukunft. Beispiel: Der Kauf eines Produktes im Webshop wird abgelehnt, wenn die Bestellmenge höher ist als die verfügbare Lagermenge und der Artikel nicht mehr beim Standard-Lieferant nachbestellt werden kann. Die Zukunft wird hier deutlich flexibler werden: Das an den Webshop angeschlossene ERP-System wird versuchen, den gewünschten Artikeln bei alternativen Anbietern zu bestellen oder vielleicht andere Produkte vorschlagen, die auf Basis des Kaufverhaltens und der Präferenzen zum Kunden besser passen. Diese neue Art der virtuellen Kundenbetreuung wird in Zukunft den Umsatzvorsprung gegenüber dem Mitbewerber ausmachen.

Hier die besten 5 Antworten unserer Interview-Partner:


Mario Baldi, CEO der Scheer GmbH:

Das Treffen intelligenter autonomer Entscheidungen durch Software wird der nächste große Schritt bei der Automatisierung von Prozessen sein. Im Jahr 2018 werden sich, insbesondere im Bereich RPA (Robotic Process Automation) erste intelligente Software-Roboter etablieren. Entscheidend für den Erfolg von RPA wird es sein, das Erstellen von Software-Robotern so zu vereinfachen, dass diese Technologie Unternehmen in der Breite zugänglich wird. Hier werden insbesondere selbstlernende Software-Roboter eine Rolle spielen. Die zunehmende Automatisierung von Entscheidungen verursacht allerdings auch Ängste. Aufgrund der zunehmenden Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen getroffen werden müssen, ist eine weitergehende Automatisierung für Unternehmen aber unumgänglich um wettbewerbsfähig zu bleiben. Den Besorgnissen kann man mit Hinweis auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich Process Mining und KI überzeugend begegnen, denn diese bieten die notwendigen Lösungen zur intelligenten Überwachung automatisierter Vorgänge. Fazit: Es wird in Zukunft zu den wichtigen Aufgaben gehören, die automatisierten Prozesse zu überwachen und gegebenenfalls auch automatisiert korrigierend einzugreifen.

Das gesamte Interview dazu finden Sie hier: Interview mit Scheer zum Thema ERP 2018


Hier eine weitere Antwort unserer Interview-Partner:

Matthias Weber

Matthias Weber ist ERP-Experte mit langjähriger Berufserfahrung. Seit über 14 Jahren bin ich in der ERP-Branche tätig und betreue ERP-Projekt von Anfang an. Marketing, Vertrieb, Beratung & Consulting und Software-Entwicklung von kaufmännischer Software gehört zu meinem Tagesgeschäft - ich spreche aus Erfahrung. Sie erreichen mich unter matthias.weber[[at]]erp-hero.de oder können weitere Beiträge von mir auf Computerwoche.de lesen.